Frankfurt: Schnee lässt Zehntausende Flugpassagiere stranden

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Frankfurt/Main. Massive Schneefälle haben am Donnerstag die Reisepläne von Zehntausenden Flugpassagieren durchkreuzt. Allein am Frankfurter Flughafen wurde etwa jeder vierte Flug gestrichen.

In der Nacht zu Donnerstag musste der größte deutsche Flughäfen wegen der massiven Schneemassen sogar für rund vier Stunden schließen. Auch an anderen deutschen Flughäfen gab es Behinderungen mit Flugstreichungen und Verspätungen. Lufthansa bat ihre Gäste, bei gestrichenen innerdeutschen Flügen auf die Bahn auszuweichen. Fluggäste sollten noch vor der Anfahrt zum Flughafen prüfen, ob ihr Flug stattfindet, sagte ein Sprecher in Frankfurt.

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Die Fluggesellschaft verwies auf das Angebot im Internet unter www.lufthansa.com und schaltete eine besondere Service-Nummer unter 0800 / 850 60 70. Die Zahl der gestrichenen Flüge stand zunächst nicht fest. Alle Langstreckenflüge würden aber stattfinden. Der Frankfurter Flughafen berichtete am Vormittag, dass die Bahnen inzwischen wieder frei seien. Allerdings stauten sich Maschinen auf den begrenzten Abstellplätzen, so dass zeitweise auf allen europäischen Flughäfen keine Starterlaubnis für Flüge in Richtung Frankfurt gegeben wurde.

Interkontinentale Flüge etwa aus den USA oder Asien seien davon nicht betroffen. Bei den Schneeproblemen Ende November hatte Lufthansa dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport die Schuld für zahlreiche Flugstreichungen gegeben. Das Unternehmen sei unzureichend auf den Schnee vorbereitet gewesen. Am Donnerstag sagte ein Lufthansa- Sprecher, man sei guter Hoffnung, dass Fraport die Probleme bei der Maschinen-Enteisung und der Räumung der Flächen in den Griff bekomme.

In München, dem zweiten großen Drehkreuz von Lufthansa, gebe es dagegen keine großen Probleme. Unterdessen bringt das frostige Winterwetter die Versorgung der Flughäfen mit Enteisungsmitteln ins Stocken. Bei Clariant, einem der wenigen Hersteller der Spezialchemikalien, läuft die Produktion mittlerweile rund um die Uhr. „Es gibt derzeit Engpässe“, sagte Clariant-Sprecher Ulrich Nies im hessischen Sulzbach. Ein Grund für die große Nachfrage sei der frühe Wintereinbruch flächendeckend in Europa. „Jetzt brauchen alle zeitgleich Enteisungsmittel.“

Auf einigen deutschen Flughäfen fehlt inzwischen bereits Enteisungsmittel. Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen nannte als Grund ebenfalls Lieferschwierigkeiten der wenigen spezialisierten Hersteller. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin zeigte sich über die Lieferengpässe und die daraus resultierenden Ausfälle und Verspätungen verärgert. (dpa)

Quelle: HNA

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