Grüne für Tempo 80 auf Autobahnen rund um die Mainmetropole - Posch skeptisch

Frankfurt will entschleunigen

Will Tempo 80 rund um Frankfurt: Stefan Majer (Grüne).

Frankfurt. Frankfurt ist auf dem Weg, sich zu entschleunigen: Der neue Verkehrsdezernent der Stadt, Stefan Majer (Grüne), will die lange Zeit umstrittene Idee umsetzen, nachts nur noch Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen in der Mainmetropole zu erlauben. Auch der Koalitionspartner CDU hat seinen Frieden damit gemacht, um die Bürger von nächtlichem Autolärm stärker zu entlasten. Im Herbst sollen erste Tests auf Teilen des Alleenrings starten.

Mit seinem zweiten Vorhaben freilich könnte Majer auf Granit beißen. Sein Plan, auf den Autobahnen rund um Frankfurt Tempo 80 zu verordnen, wird vom zuständigen Verkehrsministerium in Wiesbaden skeptisch betrachtet. Zum einen, so Ministeriumssprecher Wolfgang Harms, gebe es keine Rechtsgrundlage „für flächendeckende präventive Geschwindigkeitsbeschränkungen“. So etwas könne man nur dort anordnen, wo „signifikant überdurchschnittlich oft Unfälle passieren“. Lärmschutzgründe könnten zwar auch maßgeblich sein, doch müsse der Lärm dann um mindestens drei Dezibel reduziert werden. Dies zu erreichen, sei bei Autobahnen wegen der hohen Lkw-Dichte sehr schwierig, da diese ohnehin schon langsamer führen.

Laut Harms hat es aus Frankfurt schon öfter Anträge auf Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen durch Wohngebiete gegeben, denen man aufgrund der Vorschriften aber nicht hätte stattgeben können.

Während der Grüne Majer und die Frankfurter CDU sich auch in dieser Frage einig sind, lehnt die Junge Union (JU) die Tempo-80-Pläne als „undurchdacht“ ab. Die FDP-Fraktion im Landtag sprach von „ideologischem Kreuzzug“: Wo immer Grüne Verantwortung trügen, seien die Autofahrer die ersten Opfer.

„Inakzeptabel“

Majer hatte jüngst beklagt, die Haltung der Landesregierung zu Tempolimits sei „völlig inakzeptabel“. Im Frühjahr nämlich hatte Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) genau das Gegenteil getan und hessenweit auf 22 Streckenabschnitten Tempolimits aufgehoben beziehungsweise gelockert, weil das Unfallgeschehen eine Beschränkung nicht länger gerechtfertigt hätte. So beispielsweise auch zwischen Kirchheimer Dreieck und der Abfahrt Homberg/Efze auf der Autobahn 7. Fotos: dpa

Von Petra Wettlaufer-Pohl

Quelle: HNA

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