Fußball-Projekt erfolgreich - Häftlinge bestehen Trainerprüfungen

Butzbach. Bei einem in Hessen einmaligen Fußball-Projekt haben Häftlinge hinter Gittern Trainerzertifikate erworben. Elf Strafgefangene legten vor kurzem in der JVA im mittelhessischen Butzbach erfolgreich ihre Prüfung in Theorie und Praxis ab und dürfen sich nun Teamleiter für den Breitenfußball nennen.

Wenn sie entlassen werden, können sie das Zertifikat als Baustein nutzen, um die C-Trainerlizenz zu machen, wie Fußball-Trainerausbilder Steffen Winter vom Hessischen Fußball-Verband berichtete.

Er zog eine positive Bilanz der im Mai begonnenen Initiative: "Ich bin überrascht, dass die Prüfungen so gut gelaufen sind und alle bestanden haben. Etwa die Hälfte der Häftlinge hat signalisiert, nach der Entlassung die Lizenz machen zu wollen."

Winter erklärte, dass das Fußball-Projekt im Knast das Sozialverhalten der Gefangenen verbessert habe: "Ihr Umgang miteinander hat sich entwickelt. Sie verhalten sich respektvoller. Bei einigen hat sich der Teamgedanke stärker ausgeprägt." Und genau das wollte der Anstaltspsychologe und Initiator des Projekts, Guido Rabanus, erreichen. "Fußball ist ein Tor zur Welt", sagt Rabanus.

Die sozialen Fähigkeiten der Gewalt- und Straftäter sollten geschult werden. Das Fußball-Projekt soll helfen, die verurteilten Bankräuber und Schläger nach ihrer Entlassung in die Gesellschaft zu integrieren. Für das erworbene Zertifikat mussten die Häftlinge rund 100 Lerneinheiten je 45 Minuten absolvieren.

Knast-Psychologe Guido Rabanus ist überzeugt, dass die Häftlinge sehr vom Projekt profitiert haben: "Sie können Ehrgeiz entwickeln, auch Achtsamkeit für den eigenen Körper und für den Gegner. Durchhaltewillen ist gefragt, und der ein oder andere muss auch lernen, mit eigenen Schwächen umzugehen." Als Trainer seien die Insassen prädestiniert, später in sozialen Brennpunkten - zum Beispiel mit Jugendlichen - zu arbeiten. "Die treffen sicher den richtigen Ton." Das Projekt soll fortgesetzt werden, wie Trainer-Ausbilder Winter sagte. (dpa)

Quelle: HNA

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