Citrusbockkäfer kann in chinesischem Fächerahorn eingeschleppt werden - Tiere verbreiten sich schnell

Gefahr für Bäume droht aus Asien

Kann Bäume und Sträucher schädigen: Der Citrusbockkäfer. Er kann durch Ahorn aus Asien eingeschleppt werden. Foto: dpa

Giessen. Der Pflanzenschutzdienst des Regierungspräsidiums Gießen hatte über Monate einen Einzelhäftling. Er war 3,5 Zentimeter groß und schwarzblau. Hessens bislang einziger Citrusbockkäfer ist mittlerweile gestorben und befindet sich präpariert in einem Kästchen mit Glasdeckel. Zur Beobachtung in Quarantäne war das Tierchen zu Lebzeiten nicht ohne Grund. Denn in Massen kann der Käfer, der für Mensch und Tier ungefährlich ist, massiv Bäume schädigen. Genau diese Gefahr droht in diesem Sommer erneut.

Der erste Citrusbockkäfer Hessens schlüpfte im Juni 2009 aus einem aus Asien importierten Fächerahorn in Südhessen. Diese Pflanzen werden nach Angaben von Wolfgang Willig vom Pflanzenschutzdienst des Regierungspräsidiums Gießen seit Ende Mai/Anfang Juni wieder in Hessen angeboten. Sie seien vor allem in Discountmärkten zu bekommen. Außerdem gebe es die Pflanzen während des ganzen Jahres in Baumschulen. Diese importierten den Fächerahorn aus den Niederlanden, wo der Citrusbockkäfer bereits aufgetaucht sei, so Willig gegenüber unserer Zeitung weiter.

Das RP Gießen hat die Pflanzen bereits stichprobenartig untersucht. Bislang gab es keine Beanstandungen, aber bei der Menge der verkauften Pflanzen heißt das nichts. Das Risiko wird als hoch eingestuft.

Der Käfer sei, so Willig, für die Bäume besonders gefährlich, weil er sich sehr schnell und stark verbreite. Die Larven fressen ein bis zwei Jahre versteckt im Holz der Bäume. Als fertige Käfer bohren sie sich dann zwischen Juni und August durch bis zu 1,5 Zentimeter große Löcher aus den Stämmen heraus.

Keine natürlichen Feinde

Dadurch könnten gesunde heimische Bäume wie Ahorn, Buche, Weide, Birke, Platane, Haselnuss, Rosskastanie oder Apfelbäume sowie Sträucher krank werden und sogar absterben. Die durch das Fächerahorn eingeschleppte Käferart habe in Europa so gut wie keine natürlichen Feinde. In seinem Heimatland China habe er schon für große Schäden an Bäumen gesorgt. Auch in der italienischen Lombardei hätten sich eingeschleppte Tiere massenhaft vermehrt und Bäume zerstört.

Wenn Citrusbockkäfer in einer Baumsendung Richtung EU entdeckt werden, wird diese zurückgewiesen oder vernichtet. Die Einfuhr der Tiere in die EU ist generell verboten, allerdings ist die Kontrolle bei den riesigen Sendungen sehr schwer.

Abhilfe kann es, so Willig, in den nächsten Wochen geben. Denn die EU hat ein generelles Einfuhrverbot von Ahornpflanzen aus China angekündigt.

Von Peter Klebe

Quelle: HNA

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