Schwarz-grüne Koalition in Frankfurt will Umweltzone für das komplette Rhein-Main-Gebiet

Schwarz-Grün will Umweltzone für das komplette Rhein-Main-Gebiet

Umweltzone Frankfurt: Im Innenstadtbereich der Metropole dürfen nur Autos mit gelber oder grüner Plakette fahren. CDU und Grüne wollen die gesamte Rhein-Main-Region zu einer riesigen Umweltzone machen. Foto: dpa

Frankfurt. Die schwarz-grüne Koalition in Frankfurt will Vorreiter beim Thema Umweltschutz im Rhein-Main-Gebiet werden. Sie hat vorgeschlagen, die Frankfurter Umweltzone auf das komplette Rhein-Main-Gebiet auszudehnen und der Landesregierung entsprechende Pläne zur Prüfung übermittelt.

Danach sollen nicht nur in den Innenstädten, sondern in der gesamten Region die Vorgaben für Umweltzonen wie im Frankfurter Innenstadtbereich gelten. Nur Autos mit gelber oder grüner Plakette dürften dort fahren, Stinker blieben außen vor (siehe Hintergrund). Über 200 000 Autos mit alten Dieselmotoren, die keine oder nur eine rote Umweltplakette haben, müssten stehen bleiben. Das würde nicht nur für die Großstädte Wiesbaden, Offenbach und Darmstadt gelten, sondern für alle Straßen mit Ausnahme der Autobahnen in einem Großraum von Mainz bis Aschaffenburg (siehe Grafik). Die bisherige Zone in der Frankfurter Innenstadt umfasst 110 Quadratkilometer, die neue Giga-Zone wäre 15 000 Quadratkilometer groß.

Die umweltpolitischen Sprecher der Stadtfraktionen, Martina Feldmayer (Grüne) und Robert Lange (CDU), begründen ihre Pläne mit der häufig sehr hohen Feinstaub-Konzentration in der gesamten Rhein-Main-Region. Die von der Europäischen Union vorgeschriebenen Grenzwerte von 40 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter würden oft um mehr als 50 Prozent überschritten. „Das erfordere ein gemeinsames Handeln der gesamten Region.“

Wie realistisch die Pläne sind, ist schwer abzusehen. Zunächst müssen sie nach Angaben von Wendelin Friedel, Umweltdezernent der Stadt Frankfurt, von der Stadtverordnetenversammlung abgesegnet werden. Das sei frühestens am 2. September möglich. Ob das Land sie so umsetze, sei noch nicht absehbar. Zunächst würden das Umwelt- und das Verkehrsministerium gehört und die Pläne für Einsprüche offengelegt. Die Ministerien könnten danach den für Umweltzonen maßgeblichen Luftreinhalteplan per Verordnung ändern. Daran wären die betroffenen Städte gebunden.

In den Städten Wiesbaden, Offenbach und Darmstadt wird bereits über Umweltzonen nachgedacht. Friedel: „Daraus könnten durchaus Pläne für eine gemeinsame Sache werden.“

Von Peter Klebe

Hintergrund:

Frankfurt ist die einzige hessische Stadt, in der es eine Umweltzone gibt. Sie verläuft in einem großen Teil des Stadtgebietes innerhalb des Autobahnringes der A 5 im Westen, der A 3 im Süden sowie der A 661 im Norden und Osten. Frankfurt ist mit 675 000 Einwohnern die größte Stadt im Rhein-Main-Ballungszentrum, in dem 2,2 Millionen Menschen leben. Die Frankfurter Umweltzone und mit ihr die Plakettenpflicht für Autos wurde am 1. Oktober 2008 eingeführt. Die Plaketten gibt es in den Farben Rot, Gelb und Grün. Sie richten sich nach dem Schadstoffausstoß.
• Grün: Die grüne Plakette erhalten Kraftfahrzeuge mit dem geringsten Partikelausstoß, also solche mit modernster Dieseltechnik sowie nahezu alle Autos mit Ottomotor mit geregeltem Katalysator. Ab 1. Januar 2012 dürfen nur noch Fahrzeuge mit einer solchen Plakette in die Umweltzone.
• Gelb: Seit 1. Januar 2010 dürfen nur noch Autos mit gelber oder grüner Plakette in die Umweltzone.
• Rot: Fahrzeuge mit roter Plakette durften von 2008 bis Ende 2009 noch in die Umweltzone. Seit 1. Januar 2010 müssen sie draußen bleiben. Die Umweltzone ist umstritten. Nach Ansicht beispielsweise des ADAC werde der Schadstoffausstoß nicht wesentlich gesenkt. (kle)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare