Grundstück der OB-Dienstvilla in Frankfurt besetzt

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FRankfurt. Die Frankfurter Oberbürgermeister hatten einst eine Dienstvilla, doch zuletzt stand das Gebäude leer und sollte verkauft werden. Nun ist das Anwesen besetzt worden - aus Protest gegen hohe Mieten.

Etwa 20 Aktivisten haben in der Nacht zum Freitag das Grundstück der ehemaligen Dienstvilla das Frankfurter Oberbürgermeisters besetzt. Sie seien nicht in das seit längerem leerstehende Haus eingedrungen, sondern hätten im Garten Zelte aufgestellt, teilte die Polizei mit. Sie bestätigte damit einen Bericht des Hessischen Rundfunks. Auf Plakaten standen Forderungen wie: „Kein Profit mit Mieten.“ Auch protestierten sie gegen den Fluglärm. Laut hr-online gehören die Besetzer nach eigenen Angaben der kapitalismuskritischen Occupy-Bewegung an.

Ob das Anwesen am Lerchesberg in Sachsenhausen geräumt wird, stand am Freitagmorgen noch nicht fest. Die Polizei hatte zunächst noch keinen Kontakt zur Stadt, der die Villa bislang gehörte, sie aber verkaufen wollte. „Wir müssen noch klären, ob der Stadt oder bereits einem neuen Eigentümer das Anwesen gehört“, sagte ein Sprecher der Polizei. Der Besitzer entscheide, ob die Besetzer bleiben dürften.

Für die seit Jahren ungenutzte Dienstvilla des OB in Frankfurt hatte die Stadt nach Angaben von Ende August einen Käufer gefunden. Die Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung galt damals als Formsache.

Wiederholt sind in den vergangenen Wochen und Monaten leerstehende Häuser in Frankfurt besetzt worden, um gegen steigende Mieten und die Entwicklung der Stadtteile hin zu teuren Wohnungs- und Bürovierteln zu protestieren. Im April war das „Institut für vergleichende Irrelevanz“ (IVI), ein Gebäude im Frankfurter Westend, nach zehn Jahren Besetzung geräumt worden. Es war das letzte, für längere Zeit besetzte Haus der Stadt gewesen.

Nach der Räumung waren neue Aktionen angekündigt worden. So wurde im Mai das ehemalige Sozialrathaus im Gallusviertel für einige Stunden besetzt, bis die Polizei es räumte. Oberbürgermeister Peter Feldmann hatte das Thema Mieten zu einem zentralen Punkt seines Wahlkampfes um das Rathaus gemacht. (lhe)

Quelle: HNA

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