Heim für Kobra und Echse: Uwe Ringelhan beherbergt 120 exotische Tiere

Klein süß, ausgewachsen bös: Der grüne Leguan.

Sontra. In Sontra entsteht eine Auffangstation für Reptilien, ein Ausbildungszentrum für den Umgang mit Schlange, Echse & Co. und ein Zoo. Das sind die Pläne von Uwe Ringelhan. Seit einem Jahr nimmt er exotische Tiere auf, die Behörden oder Privatpersonen bei ihm abgegeben haben.

Als Jungtier mag der grüne Leguan mit seinen 15 Zentimetern Länge possierlich anmuten. Ausgewachsen bringt er es auf bis zu 1,80 Meter und kann bisweilen bösartig werden. Wer solch ein Tier loswerden will, kommt zu Uwe Ringelhan. Ebenso landen illegal eingeführte und nicht artgerecht gehaltene Exoten, die von Behörden sichergestellt wurden, bei dem Sontraer. Ab dem 15. Oktober macht er seine Tiersammlung der Öffentlichkeit zugänglich.

Die Station betreibt Ringelhan mit der Tierpflegerin und Reptilienspezialistin Nadine Groenewald und dem Giftexperten Marcel Böttcher. Finanziert hat Ringelhan nach eigenen Angaben alles selbst. Für di Behörden ist die Abgabe eines Tieres kostenlos, Privatpersonen zahlen zehn Euro.

Wir haben derzeit etwa 120 Tiere“, sagt Ringelhan. Von der harmlosen nordamerikanischen Kornnatter, die neulich in Eschwege ausgebüxt ist, bis zur australischen Braunschlage, der zweitgiftigsten Schlange der Welt. Krokodile bevölkern die Terrarien und Schnappschildkröten sind in Ringelhans Reptilienzoo untergebracht. Im Freigehege hopsen Kängurus.

Auf zwei Dinge ist Ringelhan besonders stolz: Es ist ihm gelungen, eine gelbe und eine grüne Anaconda zu kreuzen, was vorher nur ein einziges Mal gelang. Und er hält, was äußerst schwierig ist, eine Königskobra, die mit bis zu 5,50 Meter längste Giftschlange der Welt ist.

Im kommenden Jahr werden in Sontra Kurse für den Umgang und die Haltung von Reptilien angeboten. Sie richten sich an Behörden und Privatleute. Ein Zollbeamter, ein Polizist oder Feuerwehrmann müsse wissen, was zu tun ist, wenn er es mit einem gefährlichen Tier zu tun hat. Ein Privathalter solle sich ausreichend über Haltung, aber auch über Sicherheitsfragen informieren, am besten, bevor er sich ein Tier anschafft.

Ob Krokodil, Leguan oder Riesenschlange - alle sind nur Gäste auf Zeit. „Wir versuchen, die Tiere weiter zu vermitteln“, sagt Ringelhan, der im nordrhein-westfälischen Hilchenbach bereits eine Auffangstation betreibt. Krokodile gehen zum Beispiel an eine Krokodilfarm bei Lyon (Frankreich), wo das aufgewärmte Abwasser des in der Nähe gelegenen Atomskraftwerks für die nötige Badetemperatur sorgt. Auch nach Spanien würden Tiere geschickt.

Quelle: HNA

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