Ein Helfer für Hessens Polizisten

Henning Möller

Wiesbaden. Der frühere Hauptpersonalratsvorsitzende der Polizei, Henning Möller, soll sich als unabhängiger Ansprechpartner um Probleme bei der Polizei kümmern. Innenminister Boris Rhein (CDU) stellte den 60-Jährigen am Freitag vor.

Möller hatte im September bereits die Altersgrenze für Vollzugsbeamte erreicht und bleibt nun länger im Staatsdienst.

Möller, so der Minister, genieße das Vertrauen der Polizei, er sei sieben Mal wieder- gewählt worden und kenne die hessische Polizei von der Pike auf.

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Der gebürtige Offenbacher, der in Kiedrich (Rheingau) zu Hause ist, der SPD und der Gewerkschaft der Polizei (GdP) angehört, sieht seine Aufgabe vor allem darin, als „Menschenanwalt“ zu fungieren. Er habe unbeschränkte Zutrittsrechte zu den Dienststellen, Akteneinsichtsrecht und Auskunftsrechte, so Rhein. Und er sei direkt an die Ministeriumsspitze angebunden. „Das heißt nicht, dass er uns über konkrete Fälle berichtet, es sei denn, Probleme lassen sich nicht anders lösen.“

Möller berichtete, er habe schon als Personalrat in den letzten Jahren gut 70 der 120 Dienststellen besucht und sei mit vielen Problemen konfrontiert worden - beruflichen wie persönlichen. Oft, so seine Erfahrung, sei Sprachlosigkeit das Problem gewesen. Er werde sein Büro nicht im Ministerium haben und auch über separate Telefon- und Internetzugänge verfügen. Er habe sich absolute Vertraulichkeit erbeten. „Ich bin“, scherzte er, „ein erneutes Pilotprojekt, auch wenn ich das Wort schon nicht mehr hören kann.“

Landespolizeipräsident Udo Münch sagte, Vorgesetzte müssten sich künftig intensiver um Bedienstete mit langwierigen Disziplinar- oder Gerichtsverfahren kümmern: „Wir dürfen Fälle nicht nur verwalten.“ Außerdem solle „das disziplinarische Schwert nicht mehr so schnell gezogen werden“.

Kritik an SPD

Harsche Töne schlug Boris Rhein gegenüber der SPD an. Sie nutze die zurzeit breit diskutierten „Einzelfälle“, um „politische Süppchen“ zu kochen zulasten der Polizei. Einen Landespolizeibeauftragten lehne er ab: „Die Beamten und Beamtinnen wollen nicht, was die SPD vorschlägt.“ Bei der Anhörung im Landtag dazu, die er „aus Respekt“ abgewartet habe, hätten nur Leute gesprochen, die die Polizei nicht kennen würden. Mit Henning Möller war er sich ohnehin schon Ende September einig geworden.

Zur Person

Henning Möller ist ein Polizist von der Pike auf: In der hessischen Bereitschaftspolizei begann er während der Studentenunruhen 1968 seine Ausbildung. Drei Jahre später lief und fuhr er in seiner Heimatstadt Offenbach Streife. Das machte Henning Möller fünf lange Jahre, dann wurde er Dienstgruppenleiter in Langen bei Offenbach. Noch im selben Jahr wechselte er in derselben Funktion zurück nach Offenbach, wo er noch heute Sachbearbeiter ist. 1980 wurde er erstmals in den Hauptpersonalrat der hessischen Polizei gewählt. Seit 1988 ist er dessen Vorsitzender. (jum)

Quelle: HNA

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