Hauptschule in Hessen Auslaufmodell

Henzler (FDP) führt „Mittelstufenschule“ ein

Wiesbaden. Ab 2011 können die 58 verbundenen Haupt- und Realschulen in Hessen zu neuen „Mittelstufenschulen“ werden, in denen die Schüler bis zum Ende der siebten Klasse gemeinsam unterrichtet werden können.

Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) und Ministerpräsident Roland Koch (CDU) stellten das Modell am Freitag in Wiesbaden vor. Es trägt laut Koch sowohl dem demographischen Wandel als auch dem Wunsch von Eltern und Schülern Rechnung, die die Hauptschule kaum noch anwählten.

Reine Hauptschulen gibt es nur noch vier in Hessen. Und nur noch drei Prozent wählen laut Henzler diesen Bildungsgang, dagegen würden später immer mehr Kinder „nach unten durchgereicht“. Dies sei alles andere als motivierend für die Schüler.

In der Mittelstufenschule soll sich erst in der siebten Klasse entscheiden, ob ein Schüler eher praktisch orientiert ist und ab dem achten Schuljahr eine praxisbezogene Schulausbildung mit Hauptschulabschluss anstrebt; oder ob er den schulisch-theoretischen Weg geht um den Realschulabschluss zu machen.

Die Oppositionsparteien kritisierten das Modell als unzureichend. Hier würden lediglich Türschilder ausgetauscht, bemängelten die Grünen, die SPD sprach von einem „klassischen Akt politischer Rosstäuscherei“, die Linken meinten, es sei nur „alter Wein in neuen Schläuchen.“ (wet)

Quelle: HNA

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