Lotterie Bingo soll Landeskasse füllen

Hessen führt neue Lotterie ein - Staatseinnahmen aus Glücksspiel gehen zurück

Wiesbaden. Die Lotterie-Treuhandgesellschaft Hessen führt ein zusätzliches Glücksspiel ein: Am kommenden Sonntag werden in Hessen erstmals die Gewinnzahlen der neuen wöchentlichen Zahlenlotterie „Bingo“ gezogen.

Hessen und Rheinland-Pfalz führen das zusätzliche Spiel zeitgleich ein. Ein Hintergrund für die Einführung des zusätzlichen Spiels dürften sinkende Lotterie-Einnahmen sein. Während laut Geschäftsbericht von Lotto Hessen im Jahr 2008 aus Lotto- und Co.-Einsätzen allein 107 Millionen Euro an sogenannten Zweckerträgen direkt in die von Karlheinz Weimar (CDU) verwaltete und chronisch klamme Landeskasse rauschten, waren es nach Angaben von Hessen-Lotto ein Jahr später nur noch 97 Millionen Euro.

Wie beim Lotto 6 aus 49 werden in Hessen 50 Prozent des Bingo-Spieleinsatzes aös Gewinn an die Spielteilnehmer ausgeschüttet. Die sogenannten Destinatäre aus Sport-, Kultur- und Wohlfahrtsorganisationen erhalten laut hessischem Glücksspielgesetz zusammen 6,8 Prozent der Spieleinsätze. 16,6 Prozent der Einsätze fließen als Wett- und Lotteriesteuer in Landeskasse. Rund zehn Prozent der Spieleinsätze werden als Provisionen an Annahme- und Bezirksstellen sowie als Sach-, Personal- und Werbeaufwand ausgegeben. Die Verwendung der verbleibenden Überschüsse ist ebenfalls gesetzlich geregelt. Sie fließen in den Landeshaushalt - und zwar zweckgebunden für die Bereiche Sport, Kultur und Soziales.

Im vergangenen Jahr erhielten laut Lotto Hessen aus staatlichen Lotterien

• das Land Hessen als Zweckertrag für Sport, Kultur, Soziales und Denkmalpflege rund 97 Millionen Euro,

• der Landessportbund Hessen fast 20 Millionen Euro,

• die Verbände der freien Wohlfahrtspflege 7,3 Millionen Euro,

• die Träger der außerschulischen Bildung 6,57 Mllionen Euro,

• der hessische Jugendring 2,13 Millionen Euro,

• die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und der Deutsche Olympische Sportbund jeweils zwei Millionen Euro und

• der Ring politischer Jugend 0,62 Millionen Euro.

Von Jürgen Umbach

Quelle: HNA

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