Hessen schwitzt: In  Kassel schon frühmorgens 27 Grad

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Offenbach. Hessen schwitzt. Schon am Morgen kratzten die Temperaturen am Samstag an der 30-Grad-Marke, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach ermittelt hat. Spitzenreiter im Land war um kurz nach 9.00 Uhr Frankfurt mit 28 Grad.

Hitzewarnung des Deutschen Wetterdienstes

Frankfurt war schon um kurz nach 9.00 Uhr mit 28 Grad Spitzenreiter im Land. Das Rhein-Main-Gebiet hatte nach Einschätzung der Experten beste Aussichten, die Topposition zu behaupten: Sie sagten heiße 38 Grad voraus.

Die Höchstwerte wurden aber erst am späten Samstagnachmittag ermittelt. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass heute an manchen Orten der Hitzerekord geknackt wird“, sagte Meteorologe Simon Trippler. Die hohe Luftfeuchtigkeit führt laut DWD dazu, dass viele Menschen die Temperaturen als wesentlich höher empfinden. Für Frankfurt wurden mittags „gefühlte“ 37 Grad festgestellt, das Thermometer zeigte aber „nur“ 31 Grad an.

Kassel, Wiesbaden und Michelstadt brachten es frühmorgens auf 27 Grad. Selbst im Bergland rechnete der DWD mit 31 Grad. Für Sonntag warnten die Meteorologen vor kräftigen Gewittern. Ursache sei die mit Wasserdampf aufgeladene Luft. I

n der Folge kann es heftig regnen und hageln. Außerdem muss mit starken Windböen gerechnet werden. Auf den erneut drückend warmen Sonntag folgt eine heißer Montag mit Werten bis 36 Grad. Erst am Dienstag soll es vorübergehend leicht abkühlen.

dpa

Hitzerekorde: Thermometerstandort entscheidend

Hitzerekord oder nicht? Den Unterschied macht die Messstation. „Es kommt auf deren Standort an. Teer, Sand oder Gras ergeben andere Werte“, erläuterte Christoph Hartmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Samstag in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Die Stationen des DWD stünden grundsätzlich auf Gras. Über die maßgeblichen Zehntelgrade mehr entscheide der Boden darunter. „Sandige Erde erwärmt sich schneller. In der Wetterhütte wird es wärmer, das ist dann die Schwelle zum Rekord“, sagte Hartmann.

Den Unterschied könne jeder Besitzer eines Thermometers zu Hause nachvollziehen. „Die an einer Außenwand gemessene Temperatur wird wegen der Sonnenstrahlen und der aufgewärmten Mauer höher sein als anderswo.“

Die Farbe des Wärmemessers spiele ebenfalls eine Rolle: schwarze Thermometer zeigen höhere Grade an als weiße. Der DWD misst deutschlandweit an mehreren hundert Stationen. Sie sind nach dem Standard der Weltmeteorologie-Organisation konstruiert, um die internationale Vergleichbarkeit der Werte zu ermöglichen.

Die weißen Wetterhütten in Lamellenbauweise sind nach Hartmanns Angaben „mehrfach vor Sonneneinstrahlung geschützt, um ein Aufheizen und Windeinfall möglichst zu verhindern“.

Das Thermometer sei in zwei Metern Höhe angebracht. Dies soll im Winter Bodenfrost und im Sommer Bodenhitze abhalten. Beides könnte die Messwerte verfälschen. „Die Sonne heizt den Boden, nicht die Luft. Der Boden heizt die Luft“, erläuterte Hartmann. Die Grade werden täglich entweder von Mitarbeitern des DWD oder elektronisch abgelesen.

Hartmann vertraut eher dem Menschen: „Automaten sind nicht ganz zuverlässig.“ Auf Wetterstationen, wie sie von Discountern verkauft werden, ist nach Erkenntnissen des Meteorologen wenig Verlass: „Drei Grad Fehler“ registrierte er bei einem privaten Testkauf. Hartmann reklamierte - das Ersatzgerät zeigte dann nur noch zwei Grad Differenz an.

Quelle: HNA

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