Hessen versteigert Gepfändetes nun online

Wiesbaden. Ob Handys oder Orientteppiche: Gerichtsvollzieher in Hessen können gepfändete Gegenstände nun auch im Internet versteigern. Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) hofft damit die Erlöse aus den Auktionen zu steigern.

Schuldner könnten dann schneller von ihren Verbindlichkeiten befreit und Gläubiger besser befriedigt werden, teilte Hahn am Dienstag in Wiesbaden mit. Bislang wurden gepfändete Gegenstände nur bei öffentlichen Auktionen vor Ort angeboten.

Die Versteigerung per Internet dürfte nach Einschätzung des Ministeriums auf größeres Interesse stoßen. In Nordrhein-Westfalen hätten sich nach Einführung der online- Auktionen die Erlöse nahezu verdoppelt, sagte die Sprecherin des Justizministeriums, Dagmar Döring.

In Hessen ist statistisch nicht erfasst, wie viel Geld pro Jahr aus der Versteigerung von gepfändeten Gegenständen zusammenkommt. Die Gerichtsvollzieher können die Gegenstände sofort nach der Zwangsvollstreckung zur Auktion anbieten.

Den Schuldnern ist es nach Angaben von Döring aber bis zum Ablauf der Frist möglich, die Versteigerung zu stoppen und die gepfändeten Dinge wieder auszulösen. Die Erlöse gehen an die Gläubiger, auch die Kosten des Gerichtsvollziehers werden damit gedeckt. „Wenn etwas übrig bleibt, geht es zurück an den Schuldner.“

Am Dienstag standen beispielsweise zwei iPhones und ein wertvoller Teppich zur online-Auktion. Über die Internetplattform konnten bislang Staatsanwaltschaften schon Autos oder andere beschlagnahmte Dinge anbieten, die nicht mehr als Beweismittel gebraucht werden. Darunter könne durchaus ein Wagen sein, der bei einem Banküberfall benutzt wurde, sagte Döring. (dpa)

Quelle: HNA

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