Der Hessentag startet: Pink, a-ha, Silbermond und Fanta 4 dabei

Stadtallendorf. Es wird gehämmert, gebohrt und gesägt. Jemand schreit nach einer Wasserwaage. Wasser gibt es reichlich von oben - es regnet Strippen. Doch das kann den Aktivitäten am Mittwoch nichts anhaben

Lesen Sie auch

Verkehrsverbünde setzen mehr Züge zum Hessentag ein

Der Endspurt beim Hessentag in Stadtallendorf (Landkreis Marburg-Biedenkopf) ist fast geschafft. Am Freitag geht es los mit dem Fest der Hessen. Es ist das 50., und es stand anfangs unter keinem guten Stern. Alsfeld, wo alles begann, sollte auch die Jubiläumsfete ausrichten. Doch man sagte ab, weil die Stadt ein nicht zu verkraftendes Defizit befürchtete.

Stadtallendorf sprang in die Bresche. Nun ist die 21.000-Einwohner-Stadt nicht gerade die Schönste im Land. Heimeliges Fachwerk ist hier so selten wie Wasser in der Wüste. Im zweiten Weltkrieg war man Standort einer der größten Munitionshersteller in Europa, nach dem Krieg siedelte sich auf dem Rüstungsgelände Industrie an. Das Wirtschaftswunder sorgte auch in Stadtallendorf für einen Boom. Auch dank Ferrero wurde aus dem Dorf ein wichtiger Industriestandort. Ein Pfund, mit dem man wuchert.

"Die junge Stadt im Grünen" ist der Slogan von Stadtallendorf, und so passt es, dass das Hessentagspaar das jüngste der Geschichte ist. Gerade mal 20 und 22 Jahre alt sind Mona-Lorena Monzien und Fabian Gies, die jeder in der Hessentagsstadt nur "Momo" und "Habi" ruft. Dass sie tatsächlich jung sind, zeigt die Antwort Habis auf die Frage nach seinem Lieblingsbuch: "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer".

Das hat nichts damit zu tun, dass der Stadtallendorfer Bahnhof extra für das Fest aufpoliert wurde - der war vorher ein Schandfleck und hatte eine Renovierung dringend nötig. Insgesamt rund 20 Millionen Euro hat die Stadt in den letzten zwei Jahren investiert, um sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Und Bürgermeister Manfred Vollmer hat inzwischen festgestellt, dass "die Stimmung bei den Menschen immer besser wird". Ehrenamtliche Helfer gibt es jedenfalls genug. Fabian "Habis" Gies hat einen großen Wunsch: Am liebsten würde er sich mit Pink zum Brunch verabreden.

Die US-Rock-Röhre ist wohl der größte Star, der zum Hessentag kommt. Ohne die Landessubventionen für das Mega-Konzert hätte sich Pink wohl kaum nach Stadtallendorf verirrt - nun sind schon über 30.000 Karten für das Open-Air-Konzert verkauft. Weitere 720.000 Gäste werden erhofft - dann wäre man bei den erwarteten 750.000 Besuchern. Sie müssen nur für 29 der mehr als 900 Veranstaltungen Eintritt bezahlen.

Auch die Landesausstellung, sozusagen das Schaufenster Hessens, kann man natürlich wie immer kostenlos besuchen. In neun Hallen präsentieren sich mehr als 330 Aussteller. Höhepunkt und Abschluss der Hessentages ist wie immer der große Festzug am 6. Juni.

Er wird mehr als dreieinhalb Stunden dauern und dabei sind 151 Wagen, Gruppen und andere Teilnehmer. In einer Kutsche werden dann auch Momo und Habi, die Aushängeschilder des Hessentages, sitzen und durch ihre Heimatstadt rollen. Zu vermuten ist, dass Habi noch immer einem Date mit Pink nachtrauern wird. Und so gut wie fest steht, dass Momo fünf Tage durchschlafen wird. Das hat sie sich nach dem Hessentags-Stress ganz fest vorgenommen.

Informationen rund ums Fest

Eröffnung: Freitag, 28. Mai, 16 Uhr im Weindorf durch Ministerpräsident Roland Koch.

Höhepunkte: Open-Air-Konzerte. Silbermond (28. Mai, 18 Euro ), a-ha (30. Mai, 39 Euro) Pink (3. Juni, 48 Euro), Die Fantastischen Vier (5. Juni, 29 Euro). Karten sind für alle Konzerte noch erhältlich.

So kommt man hin: 17.000 Parkplätze am Ortsrand. Züge aus allen Richtungen halten in der Kernzeit zwischen 16 Uhr und 22.30 Uhr mehrmals in der Stunde am Stadtallendorfer Bahnhof. An den Wochenenden fahren sie von 11 bis 1.30 Uhr. Der NVV bietet ein Hessen-Ticket an.(tho)

Weitere Informationen und Ticketbestellung im Internet unter www.hessentag2010.de oder unter der Servicenummer 06428/707222.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare