Sattler: Für Beberbeck kommt im Stadtparlament die Stunde der Wahrheit

Heute „hopp oder top“

Muss sich heute rechtfertigen:

Hofgeismar / Wiesbaden. Der heutige Tag dürfte für Hofgeismars Bürgermeister Heinrich Sattler (CDU) ein schwerer werden, vielleicht einer der schwersten. Denn heute Abend in der Stadtverordnetenversammlung will der 65-Jährige verkünden, ob die Pläne für das 250-Millionen-Euro-Ferienresort Beberbeck in der Schublade verschwinden oder ob er sie doch noch weiterverfolgen wird. Fünf Jahre hat er daran gearbeitet, die gigantischen Pläne wurden inzwischen abgespeckt, doch näher an die Verwirklichung sind sie auch dadurch nicht gekommen.

Ein letzter Versuch

Am Donnerstag hat er noch einmal versucht zu retten, was nicht zu retten ist. Viele kennen ihn, neugierige bis mitleidige Blicke richten sich im Musiksaal des hessischen Landtags auf ihn. Dort, wo die Parlamentarier ihre Gespräche am Rande des Plenums führen, sitzt Sattler, um für seinen Traum vom Ferienresort noch einen kleinen Aufschub zu erwirken. Er sucht die Nähe von Parteifreunden. Umweltministerin Lucia Puttrich kommt, später ihr Staatssekretär, der Guxhagener Mark Weinmeister. Und Eva Kühne-Hörmann, die Wissenschaftsministerin aus Kassel. Mit Dieter Posch (FDP), dem Melsunger, hat er nur ein kurzes Gespräch.

Der Wirtschaftsminister hatte am Dienstag im Landtag das Aus für Beberbeck verkündet. Nicht wörtlich, doch die Tatsache, dass er den 31.12.2010 als den letzten Tag benannte, an dem der Kaufvertrag für die Domäne Beberbeck noch gilt, ist gleichbedeutend mit dem Scheitern der hochfliegenden Pläne des Bürgermeisters.

Henner Sattler, wie ihn auch in Wiesbaden alle nennen, weiß, dass er die Bedingungen des Vertrages nicht erfüllen kann; niemanden vorweisen kann, der dort eine Anlage mit 2500 Betten bauen will und für 250 Millionen Euro das Okay einer Großbank mitbringt. In einer Gesprächspause sagt er unserer Zeitung: „Die Entscheidung muss jetzt fallen. Ich habe das Ganze begonnen und den Mut dazu gehabt, und ich werde auch den Mut haben es zu beenden, wenn ich merke, dass ich ein totes Pferd reite. Das habe ich immer gesagt.“ Heute Abend heiße es „hopp oder top“.

Warten auf den Schlusspfiff

Henner Sattler sieht am Donnerstag aus, als habe er schon entschieden, müde, angegriffen, der Kampfgeist dahin. Aber als Handballer wisse er, dass das Spiel erst nach dem Schlusspfiff zu Ende ist, sagt er. Noch habe er den Pfiff nicht gehört: „Ich habe noch ein paar Stunden Zeit.“ Über den Inhalt seiner Gespräche will sich der Bürgermeister nicht äußern. KOMMENTAR

Von Petra Wettlaufer-Pohl

Quelle: HNA

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