Stromtrasse: West-Variante kommt - Einzelheiten bekannt gegeben

Kassel. Die geplante Stromleitung von Wahle (Niedersachsen) nach Mecklar (Hessen) wird in einer West-Trasse verlaufen. Das ist das Ergebnis des Raumordnungsverfahrens. Sie wird auf hessischem Gebiet in ihrer vollen Länge von 83 Kilometern oberirdisch verlaufen.

Aktualisiert um 14.10 Uhr.

Mehr über die Stromtrasse im Regiowiki der HNA.

Die Leitung wird demnach durch den Landkreis Hildesheim laufen, kurz vor Northeim einen westlichen Schlenker um das Vogelschutzgebiet machen und dann an Göttingen vorbeiführen. Die Leitung läuft dann durch den westlichen Landkreis Göttingen an der A7 entlang nach Hessen und an Kassel vorbei. Insgesamt soll es in Niedersachsen nur im Bereich Göttingen sieben Kilometer Erdkabel geben.

Eine mögliche Osttrasse, so Hessens Wirtschaftsminister Dieter Posch am Freitag in Kassel, hätte mehr Menschen und die Natur belastet. Darum habe man sich für die verträglichere Westtrasse entschieden.

Lesen Sie auch:

- Umstrittene Stromtrasse: Morgen präsentiert Umweltminister die Strecke

- Erdkabel in Nordhessen chancenlos

- „Geld fördert Akzeptanz nicht“

Im kommenden Jahr soll das Planfeststellungverfahren beginnen, das den genauen Verlauf der Trasse festlegt. Dagegen könnte dann geklagt werden. Man hofft, dass die 380-KV-Höchstspannungsleitung im Jahr 2015 an Netz gehen kann. Mit der Leitung soll Strom aus Norddeutschland - auch aus Windenergieanlagen - nach Süden transportiert werden.

Bei Northeim verläuft die Trasse über Kreiensen, weiter südlich entlang der Autobahn A 7. Die vorhandene Stromleitung wird abgebaut und durch die neue ersetzt. Bei Göttingen wird es eine sieben Kilometer lange Erdverkabelung geben.

Die Trasse trifft dann in Niestetal-Sanderhausen (Landkreis Kassel) auf hessisches Gebiet. Problematische Zonen seien mit den jeweiligen Bürgermeistern optimitert worden, hieß es im Kasseler Regierungspräsidium:

- In Lohfelden soll geprüft werden, ob die bestehende Stromleitung, unter der ein Wohngebiet entstand, abgebaut und durch die neue Leitun ersetzt werden kann.

- In den Bereichen Guxhagen und Melsungen sollen Ortschaften entlastet werden.

- Bei Morschen wurde ein Trasse durch den Wald gewählt, in Ludwigsau wird es einen größeren Abstand zu den Wohnhäusern geben.

Der Korridor, in dem die Trasse verlaufen kann, ist jetzt noch einen Kilometer breit. Die genaue Route wird im Planfeststellungsverfahren festgelegt. Die Strommasten sind in der Regel zwischen 50 und 60 Metern hoch.

Die nordhessiche Regionalversammlung muss sich noch mit der Trasse befasen. Die SPD fordert schon jetzt eine teilweise Erdverkabelung, um die Menschen zu entlasten.

Von Frank Thonicke

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare