Kritik an der Präimplantationsdiagnostik

Kirchenobere kritisieren die "Wegwerfgesellschaft"

Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen sprach sich am Ostersonntag abermals gegen die umstrittene Präimplantationsdiagnostik (PID) aus.

Frankfurt. Der Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann hat in seiner Osterpredigt die „Wegwerfgesellschaft“ angeprangert, die nicht einmal vor Menschen haltmache. „Wir wollen vor allem Abwechselung, etwas Neues und dies unaufhörlich“, kritisierte der Bischof laut dem vorab verbreiteten Predigttext am Sonntag.

In etlichen Bereichen - ob Mode, Technik oder Auto - werde den Menschen immer wieder weisgemacht, sie müssten sich etwas Neues anschaffen, kritisierte Lehmann. Die Folge sei „eine riesige Hektik“ vor allem beim Umschlag von Waren. „Wir sind wirklich eine „Wegwerfgesellschaft“ und machen dies leider nicht nur mit Dingen“, so der Bischof.

„Am Ende machen wir es tatsächlich auch so mit Menschen, nicht nur mit Autos und Kleidern. Wir tauschen einfach aus. Auch die Menschen werden Ersatz- und Versatzstücke.“ All dies entspringe einem „unersättlichen Hunger“. Die Menschen fürchteten, sie könnten etwas versäumen und müssten auf etwas verzichten. „Wir sind so lebenshungrig, weil wir insgeheim von einer Lebensangst, ja Todesangst erfasst sind, oft ohne darum zu wissen“, sagte der Bischof.

Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst sagte in seiner Osterpredigt im Dom, Kirche brauche mehr „Zuversicht, die von innen kommt“. Die Gewissheit, dass Christus auferstanden sei, weise nach vorn. Die Osterbotschaft rufe nach Leben, ohne dabei den Tod zu vergessen. Der Bischof sagte laut Mitteilung, es sei „nie leicht, dem Tod ins Auge zu schauen“.

Deshalb schauten viele Menschen lieber weg, wenn Bilder von Verlust und Leid wie durch die Atomkatastrophe und das Erdbeben in Japan gezeigt würden. Es sei eine Herausforderung für alle Christen, „dem Tod mit seinen vielen Gesichtern das Antlitz des Auferstandenen entgegenzuhalten“. Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen sprach sich am Ostersonntag abermals gegen die umstrittene Präimplantationsdiagnostik (PID) aus.

„Es geht um die Tendenz einer Gesellschaft, die sich anschickt, nicht nur nach den Schwächen eines Menschen zu fahnden, sondern nach den Schwachen, um sie auszusondern“, sagte der Fuldaer Oberhirte bei einem Gottesdienst am Ostersonntag im Dom. Die Auswahl zwischen „Wertvollen“ und „Unwerten“ sei weit unter der Würde des Menschen, kritisierte Algermissen. Gott allein garantiere die Würde der Schwachen ohne jedwede Bedingung.

Der Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung, betonte in seiner Osterpredigt im mittelhessischen Dautphetal die Liebe und Kraft Gottes. Diese seien stärker als der Tod, sagte Jung laut Mitteilung. Die Begegnungen mit dem auferstandenen Christus hätten für die Jünger bedeutet: Leiden und Tod haben keine letzte Macht über dich. Es komme darauf an, der Liebe Gottes eine befreiende Kraft zuzutrauen. Dieses Vertrauen sei besonders nötig, wenn etwas ausweglos erscheine. Dies seien wichtige Leitlinien in der politischen Situation, wo es beispielsweise um eine Wende in der Energiepolitik gehe. (dpa)

Quelle: HNA

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