Tibor Pézsa über die Mehrkosten in Limburg

Kommentar zum Limburger Bischofssitz: "Zerstörtes Vertrauen"

Tibor Pézsa

Etwa 31 Millionen Euro wird der neue Limburger Bischofssitz wohl kosten - zehnmal so viel wie einst geschätzt. Zur Kostenexplosion kommen Täuschungsvorwürfe gegen den Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Ein Kommentar von HNA-Politikchef Tibor Pézsa.

Wenn das Limburger Bistum demnächst einen neuen Bischof haben sollte, dann wird das nicht daran liegen, dass die Kosten für den umstrittenen neuen Bischofssitz von drei auf 31 Millionen Euro gestiegen sind. Solche Fehlkalkulationen passieren in Deutschland laufend, so in Hamburg, Berlin und Stuttgart. Sie offenbaren in aller Regel schwere Defizite bei Ausschreibungen und in der öffentlichen Verwaltung.

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Das ist auch in Limburg so. Denn der Vermögens- und Verwaltungsrat des Bistums, der den waidwunden Bischof Tebartz-van Elst jetzt erst recht ins freie Schussfeld der Medien schob, ist seiner Kontrollpflicht offenbar selbst jahrelang nicht nachgekommen.

Unter diesen Umständen scheint eine Versöhnung in Limburg nicht mehr denkbar. Das ist der Grund, warum Franz-Peter Tebartz-van Elst als Bischof in Limburg nicht mehr haltbar ist.

Der Wind hat sich gedreht in der Kirche. Gefragt sind keine Würdenträger mehr, die sich als eine Art himmlisches Bodenpersonal zwischen Gott und die Gläubigen stellen. Gefragt sind Seelsorger an der Seite der Schwachen, Armen und Verletzten - also letztlich aller Menschen. Ihr wichtigstes Kapital sind nicht drei oder dreißig Millionen Euro, es ist Vertrauen. Dass dies weg ist, ist die eigentliche Katastrophe des Franz-Peter Tebartz-van Elst.

Quelle: HNA

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