Kommentar zum neuen Job von Roland Koch

Wiesbaden. Hessens ehemaliger Ministerpräsident Roland Koch (CDU) wird neuer Vorstandschef des zweitgrößten deutschen Baukonzerns Bilfinger Berger. Darf ein Politiker das? Ein Kommentar.

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Na klar, fast klingt es unanständig, wenn einer, der bislang für 15.000 Euro im Monat fürs Volk gearbeitet hat, nun plötzlich 1,5 Millionen im Jahr einstreichen wird. Und das, wie Transparency International suggeriert, womöglich für früheres Wohlverhalten des Politikers Roland Koch. Beweisen kann man es freilich nicht.

Klar ist auch, dass die Opposition im Landtag nur zu gerne auf diesen Zug aufspringt, da sie ihrem Ex-Lieblingsfeind Koch Kompetenzen für den neuen Job kaum absprechen kann. Beifall ist ihr da so gut wie sicher. Weniger klar ist, ob unsere Erwartungshaltung an Politiker noch irgend etwas mit ihrem Job zu tun hat.

Fotos: Roland Koch im Porträt

Roland Koch im Porträt

Möglichst selbstlos sollen sie sein, verpflichtet allein dem demokratischen Gemeinwesen. Für nicht gerade üppiges Geld sollen sie Gutes tun für die Bürger, welche die Politik im gleichen Atemzug ein schmutziges Geschäft nennen und sich in großen Teilen abwenden. Steigt einer aus, möge er doch bitte beruflich ein paar Jahre Zurückhaltung üben, um jedes Geschmäckle zu vermeiden. Das ist nicht realistisch. Und es ist auch schlicht zu viel verlangt.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

Quelle: HNA

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