Niederwalddenkmal bei Rüdesheim wird ähnlich wie der Herkules saniert

Die Figur „Krieg“ des Niederwalddenkmals am Ausleger eines Schwerlastkrans. Foto: dpa

Rüdesheim. Die monumentale „Germania“-Statue im Rheintal oberhalb von Rüdesheim bekommt nach 128 Jahren eine Schönheitskur. Mit schwerem Gerät wurden jetzt zwei Seitenreliefs und eine Nebenfigur des 1883 eingeweihten Niederwalddenkmals abgebaut, um sie restaurieren zu können.

Die zwölf Meter hohe „Germania“ selbst wie auch die übrigen Metallfiguren und -platten sollen an Ort und Stelle restauriert werden.

Die Bronzefigur ist unter anderem durch Granatsplitter im Zweiten Weltkrieg und Witterungseinflüsse beschädigt worden. Die zur Stabilisierung eingezogenen Eisenprofile sind verrostet und sollen durch Passstücke aus Bronze ersetzt werden. Auch der Sandstein des 26 Meter hohen Sockels hat nach Angaben der Restauratoren gelitten.

Für die Sanierung des Denkmals aus der Kaiserzeit und des umliegenden Parks geben Bund und Land bis zum Jahr 2014 zusammen 7,5 Millionen Euro aus. Das Gelände gehört zum Unesco-Welterbe Oberes Mittelrheintal. Die Schönheitskur werde maßgeblich dazu beitragen, dass der Publikumsmagnet in Kürze wieder im alten Glanz erstrahle, sagte Hessens Wissenschaftsstaatssekretär Ingmar Jung (CDU).

In der Stadt regt sich unterdessen Kritik an dem geplanten modernen Besucherzentrum am Denkmal, das jährlich von etwa 1,8 Millionen Menschen aufgesucht wird. So hat der Haupt- und Finanzausschuss der Kommune die Weiterleitung von Bundesmitteln an die hessische Schlösser- und Gärtenverwaltung gestoppt.

In den kommenden Wochen soll die „Germania“ eingerüstet und anschließend mit Sicherheitsnetzen verhüllt werden. Den Gerüstbau übernimmt übrigens die Firma, die den Kasseler Herkules eingerüstet hatte. (lhe)

Von Christian Ebner

Quelle: HNA

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