Verlauf zwischen Kassel-Ost und Helsa

Kritik an A 44-Plan ebbt nicht ab: Initiativen wollen anderen Streckenverlauf

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Kritikpunkt der BI Pro A 44 und KWG: Schon heute entstehen oft Staus auf der Autobahn 7. Beim Bau und nach Fertigstellung des A 44-Abschnitts zwischen Helsa und Kassel-Ost verstärke sich das Verkehrsaufkommen noch, lautet die Kritik. Unser Foto entstand auf der Fußgängerbrücke Heiligenrode (Jahnstraße und Dahlheimer Weg) mit Blick Richtung Süden.

Die Diskussionen um die A 44 im Lossetal reißen nicht ab: Einige Kaufunger Gruppen akzeptieren die derzeitigen Trassenpläne nicht. 

Eigentlich hatte der Hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) den Trassenverlauf für die Autobahn 44 durch das Lossetal bereits entschieden und Ende 2016 verkündet. Seitdem plant die Verkehrsbehörde Hessen Mobil mit eben dieser Strecke. Doch das wollen einige Kaufunger Gruppen so nicht hinnehmen.

Dazu gehört auch die Bürgerinitiative (BI) Pro A 44. Die BI setzt sich dafür ein, dass der A 44-Abschnitt zwischen Kassel-Ost und Helsa eben nicht durch das Lossetal geführt wird, sondern weiter südlich verläuft (H-Trasse).

Aus Sicht ihres Vorsitzenden Dr. Wolfram Glaß stünden immer noch Streitfragen unbeantwortet im Raum – auch nach der Bürgerinformationsveranstaltung zum Planungsstand der A 44, zu der die Behörde am 17. Juni einlud. „Einerseits blockiert die Lossetrasse die Frischluftschneise, die für einen Luftaustausch im Kasseler Osten sorgt“, sagt Glaß. 

Wolfram Glaß Vorsitzender BI Pro A 44.

Das hätte große Schadstoffbelastungen zur Folge. Andererseits entstünden durch die Lossetrasse Staus auf der Autobahn 7, da sie die Verbindung zwischen Ost und West wäre. „Dabei ist die Bahn jetzt schon überlastet, mit der Trassenführung käme viel Verkehr hinzu.“

Weil Hessen Mobil nicht auf diese Punkte eingegangen sei, habe der Kaufunger einen Brief an die Behörde geschickt und um Stellungnahme zu den Punkten gebeten. „Ansonsten wenden wir uns an Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier“, sagt Glaß. Das Staatsoberhaupt habe sich dafür ausgesprochen, Politik nicht über die Köpfe der Bürger hinweg zu machen. „Meine Frage an Herrn Steinmeier wäre, ob er das Verhalten von Hessen Mobil und dem Land Hessen gut heißen kann und es seinen Maßstäben von bürgernaher Politik gerecht wird.“

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So oder so, Glaß ist überzeugt, dass Hessen Mobil die A 44 im Lossetal nicht durchbekommt. „Wir haben zwei Gutachten, die besagen, dass die Trassenführung so nicht tragbar ist.“ Seine Bürgerinitiative bevorzuge weiterhin die H-Trasse, die umweltfreundlicher und lärmverträglicher sei. Lenke Hessen Mobil nicht vor dem Planfeststellungsverfahren im kommenden Jahr ein, würde die BI eine Eingabe mit den besagten Gutachten machen.

Kaufunger Wählergemeinschaft hatte eigenes Gutachten zur A 44-Trasse erstellt

Neben der BI Pro A 44 übt auch die Kaufunger Wählergemeinschaft (KWG) Kritik an den Plänen von Hessen Mobil. Wie berichtet, hat der KWG-Vorsitzende, Klaus Höfgen, ein eigenes Gutachten zu den drei Trassenverläufen für die A 44 erstellt (Lossetal-, H- und D-Trasse). Demnach sei die Lossetrasse die denkbar schlechteste Lösung. Sie koste auf Dauer am meisten, habe die schlechteste Umweltbilanz und sorge für die größte Lärmbelastung. 

Außerdem sorge sie auch aus Sicht der KWG für weitere und stärkere Staus auf der A 7. Die H-Trasse, die die BI bevorzugt, sei in diesen Punkten schon um einiges besser, als die Lossetrasse. Doch am besten sei nach Höfgens Berechnungen die D-Trasse ab, für die der Stiftswald untertunnelt werden müsste. Sie sei anfangs die teuerste Variante, rentiere sich aber schon nach vier Jahren.

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