Über die Kabinettsumbildung wird eifrig spekuliert - Guxhagener Mark Weinmeister gilt als Anwärter für Umweltministerium

Der künftige Chef nennt noch keine Namen

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Arbeitet an der Kabinettsliste: Der künftige Ministerpräsident Volker Bouffier.

Wiesbaden. Hessens designierter Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat im Urlaub das Segeln erlernt. Das ist nicht einfach, noch schwieriger scheint jedoch die Bildung seines Kabinetts zu sein.

Noch immer führt er nämlich nach eigenem Bekunden Gespräche mit potenziellen Kandidaten. Fest steht indes mittlerweile, dass Bouffier sein neues Kabinett am Tag seiner geplanten Wahl zum Ministerpräsidenten am 31. August vereidigen lassen will - er könnte das laut Verfassung auch später tun. Doch wäre das nicht nur für die derzeitigen Amtsinhaber eine unschöne Situation; auch die CDU-Fraktion hat bereits deutlich erkennen lassen, dass sie frühzeitig über Bouffiers Team informiert werden will.

Offenkundig ist man dort nicht bereit, die Katze im Sack zu kaufen. Bouffiers Sprecher Michael Bußer sagte auf Anfrage, Bouffier werde beide Regierungsfraktionen, also auch die FDP, „rechtzeitig informieren“. Tatsächlich dürfte der amtierende Innenminister kaum Interesse haben, die CDU zu vergrätzen. Roland Koch hatten vier Stimmen bei der Wahl gefehlt und es gilt als sicher, dass diese in den Unionsreihen fehlten.

Spekuliert wird darüber, ob der 59-jährige Gießener eine größere Kabinettsumbildung plant oder nur seine Nachfolge als Innenminister sowie die von Umweltministerin Silke Lautenschläger und Finanzminister Karlheinz Weimar regeln wird. Lautenschschläger und Weimar ziehen sich zurück. Die gehandelten Namen haben sich in den Ferien nicht geändert.

Demnach wird für Staatskanzlei-Chef Stefan Grüttner ein neuer Job gesucht, er gilt neben dem Guxhagener Staatssekretär Mark Weinmeister als potenzieller Anwärter für die Lautenschläger-Nachfolge. Einiges spricht auch dafür, dass die Bundestagsabgeordnete Lucia Puttrich aus Nidda ins Kabinett kommt - möglicherwesie als Nachfolgerin des glücklosen Sozialministers Jürgen Banzer. Zum einen stünde es Bouffier gut an, neben Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (Kassel) eine weitere Frau im Team zu haben; zum anderen machte Puttrich in Berlin Platz für Nachrücker Bernd Siebert, der dort die nordhessische Lücke schließen könnte.

Nur noch wenige Zweifel gibt es auch in der CDU daran, dass der 44-jährige Finanzstaatssekretär Thomas Schäfer neuer Finanzminister wird. Daran ändert auch der neuerdings gehandelte Michael Meister nichts: der 49-jährige Finanzpolitiker von der Bergstraße ist Vize-Vorsitzender der Unionsfraktionen in Berlin.

Schäfer, für sein Fachwissen hoch geschätzt, gehört dem Landtag nicht an. Er könnte 2013 aber den Wahlkreis von Christean Wagner in Marburg-Biedenkopf übernehmen. Wagner, der 2013 das 70. Lebensjahr vollendet, äußert sich zu einer weiteren Kandidatur nicht.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

Quelle: HNA

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