Staatssekretär Weinmeister: 600.000 Euro zur Markteinführung – Start Mitte 2012?

Hessen plant Starthilfen für Kraftwerke zuhause im Keller

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Kundin am Zähler: Zuhausekraftwerk im Keller eines Bremer Hauses.

Wiesbaden. Strom selber machen, nebenher heizen, dabei langfristig ordentlich Energie und somit bares Geld sparen: Wohnblocks, Krankenhäuser und Hallenbäder nutzen Blockheizkraftwerke schon seit Jahrzehnten.

Das Land Hessen will im Rahmen der Energiewende dafür sorgen, dass die Technik auch Ein- und Zweifamilienhäuser sowie kleinere Gewerbebetriebe erobert. CDU-Umweltstaatssekretär Mark Weinmeister hat dazu eine Initiative zur Markteinführung angekündigt: 600.000 Euro sollen dafür in den kommenden drei Jahren ausgegeben werden.

Von Kühltruhengröße sind die Mini-Blockheizkraftwerke mittlerweile auf Wandthermenformat geschrumpft. Neben Spezialherstellern haben auch größere Heiztechnikbauer sie seit 2010/11 im Programm. Bei Viessmann in Allendorf/Eder heißt das Gerät, das Strom und gleichzeitig Warmwasser für Heizung und Bad produziert Vitotwin 300-W. Besonders wirtschaftlich arbeite das Mini-Kraftwerk „bei einem Gasverbrauch von mindestens 20.000 kWh und einem Stromverbrauch von mehr als 3000 kWh pro Jahr“, heißt es auf der Homepage.

15.000 Euro plus Einbau, gab Viessmann gestern auf Anfrage als Preis für Endverbraucher an. Die Vitotwin-Markenführung sei „sehr positiv verlaufen“, konkrete Absatzzahlen nenne man nicht.

Hauseigentümer, bei denen sowieso ein Ersatz der Heizung ansteht, dürfte die Initiative des Landes genauso interessieren wie Neubauplaner.

Wer genau wie vom Geld aus Wiesbaden profitiert, ist aber offen. Details der Markteinführungsinitiative, hieß es im Umweltministerium, müssten noch geklärt werden. Mitte 2012 immerhin hofft Wiesbaden an den Start gehen zu können: Nach Informationen unserer Zeitung verhandelt das Umweltministerium derzeit mit Gasversorgern und Stadtwerken. Das Ziel: Die Mini-Kraftwerke sollen möglichst mit Contracting-Modellen kombiniert werden. Sprich: Die Versorger würden sie bei Endkunden aufstellen, aber in Eigenregie betreiben.

So wie beim Ökostrom-Lieferanten Lichtblick, der zusammen mit VW das Zuhausekraftwerk schon seit 2010 anbietet - komplett mit Betrieb und Wartung. Kunden zahlen einen Einbauzuschuss ab 5000 Euro, und sie zahlen für die Wärme. Den Strom vermarktet Lichtblick. 400 solcher Anlagen stehen schon, in Hessen sollen sie ab 2013 zu haben sein.

Von Wolfgang Riek

Quelle: HNA

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