HNA-Fahrkartenaktion: Danke für 51 000 Euro Spenden - Land denkt an Härtefonds

HNA-Fahrkartenaktion: Leser helfen 210 Schülern

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Harold Grönke

Kassel. Wer soll das bezahlen? Diese Frage treibt vor allem viele arme Familien um, deren Kinder die Oberstufe besuchen. Eine große Belastung, wie uns Schüler und Eltern in den vergangenen Monaten immer wieder schilderten.

Denn im Hessischen Schulgesetz steht, dass die Kosten nur bis zum Ende der Mittelstufe erstattet werden. Dank zahlreicher Spender, die sich an der HNA-Fahrkartenaktion beteiligten, ist die Finanzierung einer Halbjahreskarte für 210 Schüler nun gesichert. In den vergangenen Monaten sind 51 000 Euro Spenden eingegangen, die diese Hilfe ermöglichten. Von den Spenden sind 188 Halbjahresfahrkarten direkt an die Schüler vergeben worden. An 22 Antragsteller sind Beträge von 220 Euro gezahlt worden. Dies geschah dann, wenn die Schüler im Randgebiet des Nordhessischen Verkehrsverbundes wohnen und beispielsweise nach Göttingen oder nach Marburg zur Schule fahren müssen. In 86 Fällen wurden Anträge wegen fehlender Voraussetzungen abgelehnt.

„Ich bin beeindruckt, dass wir es 210 jungen Menschen ermöglichen konnten, ihren Bildungsweg fortzusetzen und danke auf diesem Weg allen Spendern“, sagte HNA-Geschäftsführer Harold Grönke zum Abschluss der Aktion. „Damit haben wir eine solide Chance geschaffen, 210 weitere qualifizierte Bürger in dieser Region zu halten.“ Ihm fehle jedoch nach wie vor das Verständnis, warum in Hessen anders gehandelt wird als in anderen Bundesländern.

Das Land hatte argumentiert, selbst nicht zuständig zu sein und die Kommunen nicht weiter belasten zu wollen. Allerdings scheint sich die Landesregierung nach der für sie unerfreulichen Debatte nun doch zu bewegen. Hessens neuer Sozialminister Stefan Grüttner hat das Thema nach Auskunft einer Sprecherin bereits in die Verhandlungen über die vom Bundesverfassungsgericht angemahnte Neuberechnung der Hartz-IV-Sätze für Kinder eingebracht. Fahrtkosten sollten als Mehrbedarf anerkannt werden.

Der Minister hat aber bereits einen Plan B, sollte er in Berlin scheitern. Man denke über einen Härtefonds analog zu dem Fonds nach, aus dem das Schulmittagessen für Kinder finanziert wird, deren Eltern sich das Angebot nicht leisten können. Für diesen Fonds stehen in diesem Jahr 3,5 Millionen Euro zur Verfügung. Er wird von der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie verwaltet.

Von Petra Wettlaufer-Pohl und Heidi Senska

Quelle: HNA

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