LKA-Chefin Thurau vorübergehend von Aufgaben entbunden

Wiesbaden. Innenminister Rhein räumt auf: Eine Woche nach der Entlassung des Polizeipräsidenten Nedela muss auch die umstrittene LKA-Chefin Thurau gehen - zumindest vorübergehend. Bemerkenswert: Sie geht auf eigenen Wunsch - sagt das Innenministerium.

Überraschung in Wiesbaden: Die umstrittene Präsidentin des hessischen Landeskriminalamtes, Sabine Thurau, ist auf eigenen Wunsch vorübergehend von ihrer Aufgabe entbunden worden. „Diese Maßnahme wurde in Folge der Einleitung eines erneuten Ermittlungsverfahrens im Einvernehmen zwischen dem Innenministerium und der Beamtin getroffen, um Schaden von dem Amt abzuwenden“, teilte das Innenministerium am Montag mit.

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Gegen die 54 Jahre alte Spitzenbeamtin, deren Führungsstil immer wieder kritisiert wurde, ermittelt das Landeskriminalamt in Mainz. Thurau soll im Prozess gegen einen ihrer Beamten uneidlich gelogen haben. In einem Schmerzensgeldprozess gegen einen Kriminalbeamten wegen angeblichen Mobbings wird sie zudem am Mittwoch als Zeugin vernommen. Zu der Affäre gehören auch Akten, die interne Ermittler verzögert herausgegeben und teils auch geändert haben sollen.

Thurau werde nun in das Innenministerium abgeordnet und dort „eine Konzeption zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität und ihrer Strukturen in Hessen erarbeiten“, hieß es. Kommissarisch übernimmt der Präsident des Polizeipräsidiums Südhessen, Gosbert Dölger, Thuraus Amt. Der Leitende Kriminaldirektor Berndt Baumgart werde ihm als kommissarischer Vizepräsident zur Seite gestellt.

Hessens neuer Innenminister Boris Rhein (CDU) hatte eine Suspendierung Thuraus zuletzt noch abgelehnt. Für eine von Teilen der Opposition geforderte Suspendierung der LKA-Chefin sehe er zum jetzigen Zeitpunkt keinen Grund, betonte Rhein in der vergangenen Woche. Er verwies dabei erneut auf die Unschuldsvermutung.

Die Ermittlungen müssten erst abgeschlossen werden. Thurau dürfe nicht anders behandelt werden als ein Streifenpolizist. Erst vor rund einer Woche hatte Rhein den Landespolizeipräsidenten Norbert Nedela wegen „Differenzen in Fragen der Führung der hessischen Polizei“ im Streit entlassen. Thurau gilt als Vertraute Nedelas. (dpa/lhe)

Quelle: HNA

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