Arbeitskampf bei Cantus geht in nächste Runde - Gewerkschaft verlangt Moderation

Lokführer streiken wieder

Kassel. Nach drei Tagen Pause geht der Streik bei der nordhessischen Cantus-Bahn weiter. Die Lokführer wollten gestern Abend um 23 Uhr in den Ausstand treten, teilte die Lokführergewerkschaft GDL mit.

Zuvor hatte Cantus sein Schlichtungsangebot bekräftigt. „Im Interesse unserer Fahrgäste und Mitarbeiter wollen wir eine Lösung“, sagte Cantus-Geschäftsführer Andreas Ortz in Kassel.

Die GDL ist grundsätzlich zu einer Schlichtung bereit, stellt aber Bedingungen. Die Gewerkschaft lehnt „haustarifliche Einzellösungen“ ab und fordert, dass die Bahn-Konkurrenten an einen Verhandlungstisch zurückkehren. Cantus will dagegen ohne Vorbedingungen in die Gespräche gehen.

Die GDL hatte am Dienstag ihren Arbeitskampf bei Cantus zunächst ausgesetzt. Die Gewerkschaft will einheitliche Arbeitsbedingungen und Gehälter für alle Lokführer in Deutschland durchsetzen.

GDL-Sprecherin Gerda Seibert erklärte auf Anfrage, dass die Gewerkschaft die von Cantus vorgeschlagene Schlichtung ablehne. „Aber wir sind bereit, mit einem externen Moderator zusammenzuarbeiten“, sagte Seibert.

GDL-Mitglieder hatten bis zum Dienstag neun Tage am Stück gestreikt. Auf den Regionalzug-Strecken in Nord- und Osthessen waren nach Gewerkschaftsangaben drei Viertel der täglich verkehrenden 160 Cantus-Züge ausgefallen.

Maja Weihgold vom Berliner Bahnunternehmen Benex - mit der Hessischen Landesbahn Eigentümer von Cantus - erteilte der Forderung eine Absage, alle elf Bahnunternehmen, mit denen die GDL um einen Tarifvertrag streitet, gemeinsam an den Verhandlungstisch zu bringen. Es habe sich gezeigt, dass es keine gemeinsame Linie der Bahnunternehmen gebe, sagte Weihgold: „Die Angebote, die bisher vorgelegt wurden, sind dafür zu unterschiedlich.“

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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