Frankfurter haben glücklichstes Händchen - Annahmestellen steigern Umsatz landesweit um 10,9 Prozent

Lotto: Süden hat die Nase vorn

Wiesbaden. Ausgerechnet Wiesbaden: In die Landeshauptstadt, wo man Betuchteren auf Schritt und Tritt begegnet, hat mit 63,84 Euro den höchsten Pro-Kopf-Gewinn bei Lotto Hessen. Schlusslicht ist Fulda mit 23,89 Euro, dazwischen tummeln sich auch die Nordhessen mit dem Werra-Meißner-Kreis (Platz 10) an der Spitze: Auf dessen 105 732 Einwohner entfielen rein statistisch 40,74 Euro pro Person.

Insgesamt zahlte LottoHessen 2009 rund 282 Millionen Euro als Gewinne aus. Das meiste Geld, 34,5 Millionen Euro, ging nach Frankfurt. Auch die Lotto-Millionäre konzentrieren sich wie die Millionäre im wahren Leben auf den Süden: Sechs der neun Lotto-Millionäre kamen 2009 aus Wiesbaden, Frankfurt und dem Rheingau-Taunus-Kreis, einer immerhin aus Waldeck-Frankenberg. Dabei hatten 32 Hessen sechs Richtige.

Hoher Jackpot lockt

Eine Regional-Statistik darüber, wie viele Menschen wie viel Geld einsetzen, hatte LottoHessen--Geschäftsführer Heinz-Georg Sundermann gestern bei der Vorlage des Geschäftsberichtes 2009 nicht zu bieten. Eines indes weiß er genau: Sobald ein hoher Jackpot lockt, schießen die Umsätze in die Höhe.

Mit dem eigenen Geschäft zeigte sich Sundermann „recht zufrieden“. Denn in den rund 2000 hessischen Lotto-Annahmestellen ist der Umsatz um 10,9 Prozent auf 566,2 Millionen Euro gestiegen. Das Gesamtergebnis liegt mit 581,4 Millionen Euro allerdings um 5,9 Prozent unter dem Ergebnis 2008. Es wird getrübt durch den im Glücksspielstaatsvertrag vorgeschriebenen Wegfall des Internet-Geschäfts zum 1. Januar 2009, das von den gewerblichen Spielevermittlern betrieben wurde, die mit LottoHessen zusammenarbeiten.

Für Sundermann höchst ärgerlich, denn im Internet wird illegal weiter gespielt bei Anbietern aus dem Ausland, die weder Spielsucht kanalisierten noch vergleichbare Steuern zahlten oder gesellschaftliche Verantwortung zeigten. Letztere könne sich bei Lotto Hessen sehen lassen, meint der Geschäftsführer. Die landeseigene Gesellschaft unterstütze die Denkmalpflege, den Sport, gemeinnützige Einrichtungen und soziale Projekte. Allein der Landessportbund mit seinen zwei Millionen Mitgliedern in 8000 Vereinen bekomme im Jahr 20 Millionen Euro. Auch die Sanierung des Residenzschlosses Arolsen und des ehemaligen Klosters in Bad Karlshafen sei mit Lotto-Mitteln gefördert worden. Für den Denkmalschutz habe LottoHessen seit Herausgabe der Rubbellose vor 25 Jahren über 65 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

Quelle: HNA

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