Luxus-Flüge: Vorwürfe gegen Limburger Bischof

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Franz-Peter Tebartz-van Elst

Limburg. Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wird erneut mit Verschwendungsvorwürfen konfrontiert. Er sei erster Klasse nach Indien geflogen, um dort soziale Projekte zu besuchen.

Das berichtet das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ (Montag). Auf dem Hin- und Rückflug habe sich der Oberhirte zusammen mit seinem Generalvikar Franz Kaspar Premium-Plätze gegönnt. Sie hätten mit ihrer Reise nach Bangalore und Umgebung unter anderem Kindern helfen wollen, „die in Steinbrüchen tätig sind“, teilte der Bischof laut „Spiegel“ mit. Ticketpreis und Meilenupgrade für Hin- und Rückflug entsprächen einem Wert von rund 7000 Euro pro Person.

aktualisiert um 19 Uhr

Das Bistum Limburg reagierte am Sonntag auf den Bericht und erklärte, der Bischof werde zu Unrecht der Verschwendung bezichtigt. Die Langstreckenflüge seien nach den Reisebestimmungen der deutschen Bischofskonferenz und des Bistums gebucht worden. Es seien dem Bistumshaushalt keine Kosten entstanden. Finanziert wurde die Reise aus Mitteln des Bischöflichen Stuhls. Insgesamt habe die Reise knapp 8300 Euro gekostet.

Das Bistum begründete die Premium-Tickets damit, dass der rund neunstündige Flug zum Schlafen genutzt werden sollte. Der Bischof sollte ausgeruht sein umfangreiches und anstrengendes Programm in Indien beginnen können, ebenso sollte es bei der Rückkehr in den Dienstalltag des Bistums aussehen. Nur in der höchsten Klasse könnten die Sitze schließlich zu Ruheliegen umfunktioniert werden. "Das privat bezahlte Upgrade auf die höchste Beförderungsklasse diente demnach ausschließlich dem Erhalt der Leistungsfähigkeit beider Reisender. Eine finanzielle Belastung entstand ausschließlich dem privaten Konto des Generalvikars."

Die Dienstreise vom 10. bis 14. Januar habe der Begutachtung von fünf sozial-caritativen Projekten der Kirche in Indien gedient, so das Bistum. Es sei ein sehr straffes Programm gewesen, dass normalerweise über mehr Tage hätte ausgedehnt werden müssen und somit auch "weitaus mehr gekostet hätte".

Katholiken in seinem Bistum kritisieren Tebartz-van Elst wegen des Umgangs mit dem Vermögen der Kirche. Die Kritik entzündet sich insbesondere am neuen Bischofssitz neben dem Limburger Dom, der mindestens 5,5 Millionen Euro kostet.

Das Bistum erwiderte: Die "Finanzierung des Gesamtprojekts" sei verantwortbar. Der Gebäudekomplex diene im übrigen dem gesamten Bistum und sei bereits etwa ein Jahr vor Dienstantritt des amtierenden Bischofs beschlossen worden. Dem Oberhirten stehe im hinteren Bereich des Gebäudes eine Drei-Zimmer-Wohnung zur Verfügung. (dpa)

Quelle: HNA

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