4000 Euro Fangprämie keine Seltenheit mehr

Der Mangel macht Ärzte noch teurer

Für nur zehn Euro mehr kommen Ärzte kaum an eine Provinzklinik. Foto: dpa

Bad Wildungen. In Hessen wird mit viel Geld um Krankenhausärzte geworben. Zwar sei von Lockprämien wie derzeit in Niedersachsen offiziell nichts bekannt, doch auch in Hessen werde um die Gunst der Ärzte gebuhlt.

„Das wird anders verpackt - in Form von Zulagen“, sagte der Vize-Geschäftsführer der Ärztegewerkschaft Marburger Bund in Hessen, Andreas Wagner. Solche Zulagen bekämen vor allem Spezialisten, die sich an Kliniken in ländlichen Regionen verpflichten. „Der Ärztemangel ist derzeit einfach zu eklatant“, sagte Wagner. Für besonders spezialisierte Oberärzte würden zum Beispiel überall übertarifliche Gehaltspakete geschnürt.

In Nordhessen waren solche Fangprämien zuletzt bei der Wicker-Gruppe bekannt geworden. Das Unternehmen mit Sitz in Bad Wildungen (Kreis Waldeck-Frankenberg), das überwiegend Reha-Kliniken betreibt, lockte in Stellenanzeigen mit einer Begrüßungsprämie von bis zu 4000 Euro. Aktuell wirbt die Gruppe aber nicht mehr damit.

Es dauere immer länger, freie Ärztestellen in Kliniken zu besetzen, sagte Hans Ditzel, Sprecher der Hessischen Krankenhausgesellschaft (HKG). In 76 Prozent der hessischen Kliniken gab es unbesetzte Stellen im ärztlichen Dienst. Hochgerechnet entspricht das einem Ärztemangel von fast 580 Stellen an Kliniken.

Insbesondere fehlen Anästhesisten, Chirurgen, Gynäkologen, Fachärzte für innere Medizin sowie Neurologen und Neurochirurgen. (lhe)

Quelle: HNA

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