Werraversalzung: Teilen des runden Tisches dauert Abwasserreduktion zu lange

Mehr Tempo gefordert

Idylle vor Salzhang: Schafherde vor der Abraumhalde des Kaliwerks Hattorf in Philippsthal. Foto: Archiv/nh

philipPsthal. Teilen des runden Tisches zur Werraversalzung dauert die Umsetzung des Investitionspaketes, mit dem der Kasseler K+S-Konzern seine Kaliabwässer an der Werra zurückfahren will, zu lange. Das wurde am Dienstag in Philippsthal (Kreis Hersfeld-Rotenburg) unterstrichen.

Bevor der runde Tisch aus Unternehmen, Anliegern, Verbänden, Anrainerländern und Bund 2010 eigene Empfehlungen vorlegte, ging K+S 2008 selbst in die Offensive: Das Salzabwasser aus Kalifabriken und von Abraumhalden soll danach bis 2015 auf sieben Millionen Kubikmeter jährlich reduziert werden - für insgesamt bis zu 360 Mio Euro. Dieses Ziel wurde am Dienstag bekräftigt. 2010 gingen noch 7,5 Mio. Kubikmeter in die Werra, wurden 4,3 Mio. Kubikmeter in tiefe, poröse Gesteinsschichten versenkt.

Neben der Forderung nach mehr Tempo habe es Fragen gegeben, warum trotz dieses Minderungsplans K+S noch weitere zehn Jahre lang Abwässer versenken wolle, sagte Christoph Ewen, Sprecher des runden Tisches. Das Unternehmen habe auf notwendige Pufferkapazitäten für regenarme Jahre verwiesen.

Hintergrund: In die Werra darf Kaliabwasser, so lange eine bestimmte Verdünnung eingehalten wird (2500 mg Chlorid pro Liter am Pegel Gerstungen). Reicht die Flut im Fluss zur Abwasserbeseitigung nicht aus, darf auch versenkt werden: in derzeit 12 rund 450 Meter tiefe Bohrungen bei Philippsthal und östlich der A 4 bei Hönebach. Hierfür sind jährliche Kubikmeter-Obergrenzen festgelegt.

Nochmals prüfen will man laut Ewen die Entsorgung von Kaliabfällen zurück in die Bergwerke. Diesen so genannten Versatz fordert die Werra-Weser-Anrainerkonferenz (WWA) schon lange. Die Pflicht, Kalibergbauabfälle nach untertage zu schaffen, ist laut Hessens Umweltministerium seit 1969 aufgehoben.

Auch festes Abfallsalz wird oben entsorgt – auf riesige Halden an der Werra, die weiter wachsen. Für den Salzberg bei Philippsthal etwa plant K+S 72 Hektar Ausbaufläche (etwa 140 Fußballfelder). Erste Schritte zur Genehmigung wurden gestern beim RP in Kassel diskutiert. Man habe im Vorfeld einen Umweltdialog mit Naturschutzbeiräten aus Hessen und Thüringen geführt, so K+S. KOMMENTAR

Von Wolfgang Riek

Quelle: HNA

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