Millionenbetrag veruntreut - Stadtmitarbeiter angeklagt

Marburg. Ein Mitarbeiter der Stadt Marburg soll einen Millionenbetrag aus der Stadtkasse in die eigene Tasche abgezweigt haben. Gegen den Beamten sei wegen Untreue im besonders schweren Fall Anklage erhoben worden, teilte die Staatsanwaltschaft Marburg am Donnerstag mit.

Der vom Dienst suspendierte 53-Jährige war in der Beihilfestelle der Stadt tätig. Zuschüsse für Krankheitskosten für Beamte werden dort beantragt. Laut Anklage hat er Beihilfefälle erfunden und die Auszahlungen auf seine privaten Konten veranlasst. Angeklagt sind 120 Fälle mit einem verursachten Schaden von über 900 000 Euro.

Viele Taten sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft schon verjährt. Bei den Ermittlungen wurden Unregelmäßigkeiten bereits im Jahr 1999 festgestellt - demnach soll er seitdem sogar 1,66 Millionen Euro veruntreut haben. Im Dezember 2010 war der Beamte aufgeflogen. Er ist zunächst wieder auf freiem Fuß, er sei von Anfang an geständig gewesen.

Bei einer Verurteilung vor dem Landgericht Marburg drohen ihm zwischen sechs Monaten und zehn Jahren Haft. Das Geld habe der Beschuldigte "überwiegend für seine Lebensführung" ausgegeben, schrieb die Staatsanwaltschaft weiter. Ein Teil seiner Vermögenswerte sei beschlagnahmt worden - zum einen, damit er sie nicht beiseiteschaffe, zum anderen, damit die Stadt auf die Werte zugreifen könne.

So seien zum Beispiel Sicherungshypotheken auf dem Grundbesitz eingetragen und Wertgegenstände wie eine Goldmünzen- und eine Oldtimersammlung gepfändet worden. Wegen des Verdachts der Geldwäsche dauerten die Ermittlungen noch an. (lhe)

Quelle: HNA

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