CDU: OB soll Konsequenz aus politischer Verantwortung in Veruntreuungsfall ziehen

Millionendieb könnte Vaupel Amt kosten

Egon Vaupel

Marburg. Der „Marburger Millionendieb“ wird zum Wahlkampfthema: CDU und Marburger Bürgerliste fordern den Rücktritt von Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD), nachdem der Sozialdemokrat in einer persönlichen Erklärung die politische Verantwortung für den Veruntreuungsfall in der Marburger Verwaltung für den Zeitraum ab 2005 übernommen hat.

Nach den Ermittlungen der Stadt hat ein Verwaltungsbeamter seit Ende der 1990er Jahre mindestens 1,6 Millionen Euro Steuergelder in die eigene Tasche gesteckt. Der inzwischen suspendierte Mann arbeitete in der Beihilfestelle. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

„Wer die politische Verantwortung übernimmt, muss auch Konsequenzen ziehen“, erklärt der CDU-Parteivorsitzende Roger Pfalz auf Anfrage: „Deswegen fordern wir den Rücktritt.“ Dieses Ansinnen hält der SPD-Parteivorsitzende Steffen Rink für „hanebüchen und durchsichtig“: „Denjenigen köpfen zu wollen, der die Aufklärung der Veruntreuungsgeschichte vorantreibt, ist nicht logisch.“ Auch Georg Fülberth von der Marburger Linken hält die Rücktrittsforderung für „dummes Zeug“. Zudem hätten die Unterschlagungen bereits unter Christdemokrat Dietrich Möller begonnen, der von 1993 bis 2005 Oberbürgermeister war.

Dagegen betont CDU-Mann Pfalz, dass „das System der nicht überwachten Beihilfestelle“ bereits unter Möllers Vorgänger Hanno Drechsler (SPD) angefangen habe. Bereits seit 1979 habe das Rechnungsprüfungsamt die Beihilfestelle nicht mehr ernsthaft kontrolliert. (zgc)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare