Wohngruppe für essgestörte Mädchen in Marburg eröffnet

Nach der Schule zu Sport und Therapie

Marburg. Magersucht, Ess-Brech-Sucht oder Essanfälle: Jedes dritte Mädchen leidet nach Schätzungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter einer mehr oder minder ausgeprägten Essstörung. Das Internat Landschulheim Steinmühle in Marburg bietet jetzt als bundesweit erstes Internat jungen Frauen mit gestörtem Essverhalten einen Therapieplatz.

Dazu wurde eine Wohngemeinschaft (WG) eingerichtet, die bis zu sieben Jugendlichen im Alter von 14 bis 21 Jahren Platz bietet. Neben Schlafräumen und einem Gemeinschaftsraum ist auch eine Küche vorhanden, wobei die Therapiegruppe mehrmals täglich spezielles Essen aus der Mensaküche erhält. „Wir schaffen für die Betroffenen ein stabiles Umfeld und ermöglichen ihnen gleichzeitig die schulische Ausbildung“, beschreibt Markus Bienecker, Geschäftsführer des Internats, den Ansatz des neuen Angebotes. Entscheidend für das Therapiekonzept ist die Einbindung der Schülerinnen in das Internatsleben. „Wie alle anderen Schüler können sie nach dem Unterricht Sportangebote wie Reiten nutzen oder im Lernbüro mit Unterstützung den Unterrichtsstoff nacharbeiten“, so Bienecker.

Zwei Plätze sind noch frei

Therapeuten der Marburger Vitos Klinik übernehmen die Betreuung der Jugendlichen, die ihr Abitur machen können – oder so lange in der Einrichtung leben, bis die Krankheit überwunden ist.

Fünf Schülerinnen haben die WG mit Beginn des aktuellen Schuljahres bezogen. Zwei Plätze sind noch frei, die – die Zustimmung des Jugendamtes vorausgesetzt – essgestörten Mädchen aus ganz Hessen offen stehen.

Von Sonja Broy

Quelle: HNA

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