Nach Windrad-Unfall: Alle Räder des Typs werden gecheckt

Kirtorf/Wiesbaden. Nach seltenen Windradunfall im Vogelsberg will der Betreiber Hessenenergie alle seine Anlagen des Typs überprüfen. Somit werden neben den vier Windrädern in Kirtorf 19 weitere Anlagen namens DeWind D6 in Hessen einem sofortigen Sicherheitscheck unterzogen.

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„Wir tun das vorsorglich“, sagte Geschäftsführer Horst Meixner am Dienstag in Wiesbaden. Der Landkreis und die Genehmigungsbehörde im Regierungspräsidium (RP) Gießen werden unterrichtet. Bei der Ursachensuche sind die Experten einen Schritt weiter gekommen: Es verdichteten sich die Hinweise, dass ein mechanisches Teil am Rotorkopf versagt habe, das für die Stellung der Blätter verantwortlich sei.

Am Sonntag waren die oberen 25 Meter des etwa 70 Meter hohen Windrades einfach abgeknickt. Die Spitze des Rads, die Rotorblätter und der Generator waren in die Tiefe gestürzt und hatten einen Schaden von bis zu einer Million Euro verursacht. Um den technischen Fehler genauer zuordnen zu können, werden nun Teile des schrottreifen Windrades in eine Halle transportiert.

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Dort sollen Messungen durchgeführt, zudem Betriebsdaten ausgelesen werden. „Erst danach können wir einen Abschlussbericht geben“, sagte Meixner. Er betonte, nicht alle nun zu überprüfenden seien aus der gleichen Baureihe. Dennoch wolle man auf Nummer sicher gehen. Der Landrat des Vogelsbergkreises, Rudolf Marx (CDU), forderte laut Medienberichten alle 17 Windräder des gleichen Typs D6 in seinem Landkreis abschalten zu lassen.

Das RP Gießen warnte vor Panikmache. Eigentümer des Windparks in Kirtorf ist der oberhessische Energieversorger OVAG, der auch dem Vogelsbergkreis gehört. Landrat Marx vertritt die Meinung, dass in seinem Landkreis zu viele Windräder stehen. Seinen Angaben zufolge sind es im Vogelsberg 200.

Der Bundesverband Windenergie hatte den spektakulären Unfall in Kirtorf als äußerst ungewöhnlich bezeichnet. Auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft sprach von einem seltenen, aber nicht einzigartigen Phänomen. In Deutschland stehen etwa 21 600 Windräder. (dpa)

Quelle: HNA

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