Neue Bahnstreiks: Verkehr in Nordhessen und Südniedersachsen betroffen

Kassel/Hannover. Die Lokführergewerkschaft GDL hat am Freitag ihren angekündigten bundesweiten Warnstreik begonnen. Die dritte Arbeitsniederlegung binnen zwei Wochen startete um 8.30 und soll den Zugverkehr bis 11.30 Uhr massiv behindern.

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In Hessen ist vor allem das Rhein-Main-Gebiet betroffen. Hier will sich auch Gewerkschafts-Chef Claus Weselsky am Vormittag äußern. Am Freitagvormittag war die Lage am Frankfurter Hauptbahnhof relativ ruhig. Ab und zu fuhr ein Zug ein, gut zwei Dutzend Streikende machten vor dem Gebäude auf ihre Ziele aufmerksam. Die Reisenden gaben sich relativ gelassen.

Die Gewerkschaft hat den Arbeitgebern im laufenden Tarifstreit eine bewusste Verzögerung der Verhandlungen vorgeworfen. „Man hat fast das Gefühl, sie wollten diesen Arbeitskampf am heutigen Tage provozieren, zulasten der Kunden“, sagte der stellvertretende GDL-Vorsitzende Sven Grünwoldt am Freitag im ARD-Morgenmagazin. Das bisherige Arbeitgeber-Angebot sei völlig inakzeptabel und der Warnstreik daher unvermeidlich. GDL-Chef Weselsky sagte: „Das ist kein Angebot, sondern ein Stück aus dem Tollhaus.“

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Wegen der Lokführerstreiks müssen neben Bahnkunden auch Fahrgäste der Regiotram mit erheblichen Verspätungen rechnen. Betroffen sind der Fern- und Regionalverkehr der Deutschen Bahn, die Kurhessenbahn, Cantus-Züge und Regiotram sowie der Güterverkehr. Thomas Hupfeld, Vorsitzender GDL-Ortsgruppe Kassel, bittet die Fahrgäste um Verständnis. Selbstverständlich würden nicht alle Züge ausfallen, aber es könne zu erheblichen Beeinträchtigungen im Bahnverkehr kommen.

Weiter Infos gibt es auf der Homepage der Bahn.

„Wir werden im Norden nicht nur die Deutsche Bahn, sondern auch mehrere Privatbahnen bestreiken“, sagte Lutz Schreiber, Sprecher der GDL, zur Situation in Niedersachsen. Unter den Privatbahnen befinden sich die metronom Eisenbahngesellschaft mbH sowie die Westfalenbahn. „Es werden sich voraussichtlich mindestens 200 Lokführer an dem Streik beteiligen“, sagte Schreiber. Bestreikt werden der Fern-, Regional- und Güterverkehr ebenso wie die S-Bahnen.

Wie groß konkret die Auswirkungen auf Niedersachsen seien werden, konnte ein Sprecher der Gewerkschaft am Donnerstagabend noch nicht sagen. Die Computermesse CeBIT bietet angesichts der Warnstreiks am Freitag einen Bus-Shuttle nach Hannover an, darunter auch von Frankfurt aus.

Die GDL fordert einen einheitlichen Flächentarif für alle 26.000 Lokführer im Nah-, Fern- und Güterverkehr. (els/dpa)

 

Quelle: HNA

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