Neue Karte: Ab September Rabatte für Familien in Hessen

Wiesbaden. Ministerpräsident Roland Koch (CDU) scheidet bekanntlich Ende August aus dem Amt, vorher jedoch hinterlässt er den Hessen noch eines der laut Koch "größten Projekte der Landesregierung": die Familienkarte, die ab September zu haben ist (siehe Hintergrund).

Sie sei, betonte der Ministerpräsident gestern, "keineswegs nur eine reine Rabattkarte", sondern sie sei auch auf für Familien wichtige Serviceleistungen ausgerichtet. CDU und FDP hatten das Projekt im Koalitionsvertrag vereinbart.

Zu den Partnern der Landesregierung gehört die Sparkassenversicherung, die Kindern bis zum Schuleintritt eine kostenlose Unfallversicherung anbietet, sofern sie nicht ohnehin bei den Eltern versichert sind. Kostenlos ist sie für die Familien, das Land dagegen zahlt einen Beitrag an die SV, dessen Höhe Koch aber nicht nannte.

Zweiter Baustein ist ein für die Familien kostenloser Vermittlungsservice für Kinderbetreuung, die dann allerdings normal bezahlt werden muss. Ferner steht Karteninhabern eine Telefonhotline mit Fragen zur Erziehung zur Verfügung, die Beratung ist laut Familienminister Jürgen Banzer (CDU) anonym. Partner des Landes hier sind der Kinderschutzbund und der Verein "Die Nummer gegen Kummer". Sie bieten ohnehin schon Telefonberatung für Eltern an, wollen das aber, unterstützt vom Land, ausweiten.

"Datenschutz beachtet"

Darüber hinaus gibt es etliche Firmen, die Familien Rabatte gewähren. Beim Lebensmittelkonzern Rewe etwa bekommen Karteninhaber fünf Prozent auf hauseigene Marken. Die Familienkarte wird an der Kasse eingescannt - ohne die persönlichen Daten, wie Koch betont. Der Datenschutz werde beachtet.

Ebenfalls beteiligt sind die Autobahnraststätten Tank und Rast, der Babynahrungshersteller Hipp und der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), der einen 5-Euro-Nachlass auf seine 29,90 Euro teure Erlebnis-Card gibt. Für Nordhessen indes fehlt das Angebot, der NVV, so Koch, werde sicher auch dazukommen. Bisher aber, so NVV-Sprecherin Sabine Herms, war dort von der Familienkarte nichts bekannt.

Im Etat 2010 stehen 400.000 Euro für das Projekt zur Verfügung, im nächsten Haushalt sollen es 600.000 sein.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

Hintergrund: Die Familienkarte

Die Familienkarte kann ab sofort im Internet oder per Post bei der hessischen Landesregierung bestellt werden. Versandt wird die Karte, die die Größe einer Kreditkarte hat, ab dem 11. September. Ab diesem Datum ist sie auch einsetzbar und soll ihrem Besitzer unter anderem Rabatte in bestimmten Supermärkten und Raststätten sowie Erziehungshilfen und Vergünstigungen beim Unfallversicherungsschutz bieten. Teilnehmen können alle Familien mit einem Kind unter 18 Jahren und Wohnsitz in Hessen. Die Karte ist kostenlos. (dpa)

Quelle: HNA

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