Nein zur Kali-Fernleitung - Grüne: Hannover bei eigenen Pipelines weniger zimperlich

Niedersachsen versalzt selbst

kassel. Dass sich im Niedersächsischen Landtag CDU, FDP, SPD und Linke gegen eine Salzabwasser-Fernleitung zur Nordsee stemmen, kommt im Hessischen Landtag gar nicht gut an. Dort gilt bei CDU, FDP, SPD und Grünen - wie auch im Wiesbadener Umweltministerium - das Rohr zum Meer als derzeit bestes Mittel gegen Umweltschäden aus Kaliwerken an der Werra. Die Fernleitung soll pro Jahr sieben Millionen Kubikmeter Salzwasser aus Hessen, die heute noch über Werra und Weser in die Nordsee gehen, direkt dorthin bringen - also den Flüssen ersparen.

Auch Niedersachsens Grüne halten das Nein ihrer Kollegen für doppelzüngig. Für Salzwasser-Einleitungen aus Niedersachsen selbst, so der Grünen- Abgeordnete Christian Meyer zur HNA, gebe es Genehmigungen über fast 90 Millionen Kubikmeter jährlich. Wenn FDP-Umweltminister Heinrich Sander K+S-Standorten in Hessen zu abfallfreier Produktion rate, müsse er das zu Hause auch tun. Aus Niedersachsens Kaliwerken landeten immerhin 1,4 Mio. Kubikmeter Salzabwässer in Leine und Weser.

Den Löwenanteil genehmigter Einleitungen liefert laut Grünen die Ausspülung riesiger Kavernen in Salzstöcken an der Küste. Sie sollen zu unterirdischen Lagern für Erdgas und Erdöl werden. Eine Salzwasser-Pipeline aus den Kavernenfeldern ins Meer sehe die Landesregierung als „vergleichsweise unkritisch“ - zum Schutz der Ems. Von einer K+S-Röhre, die die Weser entlaste, fürchte Hannover hingegen schwere ökologische Konsequenzen. Das - so die Grünen in ihrer Landtagsanfrage - „erschließt sich einigen Beobachtern nicht“. (wrk)

Quelle: HNA

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