Prügelnde Polizistin entschuldigt sich

Limburg. Auf dem Spielfeld fliegen Fäuste, vor Gericht fließen Tränen: Nach einer Prügelattacke auf zwei Fußballerinnen hat eine Mainzer Polizistin die Schläge zugegeben und sich weinend per Handschlag bei den Opfern entschuldigt.

Vor dem Limburger Amtsgericht erklärte die 27-Jährige am Mittwoch, sie sei provoziert worden. Einer Spielerin habe sie daraufhin einen Fausthieb verpasst, ließ sie über ihren Anwalt mitteilen. Bei den anschließenden Tumulten habe sie sich in einer „Gefahrensituation“ gesehen und deshalb eine zweite Fußballerin geschlagen.

Das Gegenteil behauptete eine der Verprügelten. Die 25-jährige Limburger Spielerin erklärte vor Gericht, sie habe eine Spielerin der gegnerischen Mannschaft aus Wiesbaden gefoult. Daraufhin sei die Angeklagte - als Zuschauerin - in den Strafraum der Wiesbadenerinnen gestürmt und habe die 25-Jährige mit den Worten „Du packst meine Freundin nicht mehr an“ angeraunt. „Was hast du denn für ein Problem“, habe die 25- Jährige erwidert - woraufhin die Fäuste geflogen seien.

Vor der Verhandlung am Mittwoch hatte die Polizistin Schmerzensgeld gezahlt. Die Beamtin in rheinland-pfälzischen Diensten hatte im April als Zuschauerin das Hessenpokal-Halbfinale im Frauenfußball zwischen VfR 07 Limburg und Germania Wiesbaden besucht. Kurz vor Schluss beim Stand von 0:1 kam es zu dem Zwischenfall.

Das Pokalspiel brach die Schiedsrichterin damals ab, Limburg wurde nachträglich zum Sieger erklärt. Die 32-Jährige erklärte dem Gericht, die Schlägerei habe sich entgegen der Aussage der Angeklagten auf und nicht neben dem Spielfeld abgespielt.

„Ich habe das Spiel daraufhin abgebrochen.“ Die 25-jährige Spielerin aus Limburg kam unter anderem mit einem gebrochenen Nasenbein und einer Gehirnerschütterung in Krankenhaus. Ihre 26-jährige Mannschaftskollegin zog sich eine Schädelprellung und eine Gehirnerschütterung zu. (lhe)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare