Kasse will Unfallbericht von Totem

Marburg. Der vor zwei Wochen bei einer schweren Notoperation im Klinikum Marburg unter tragischen Umständen verstorbene 75-Jährige hat Post von seiner Krankenkasse erhalten. Sie hat ihn um einen Unfallbericht gebeten.

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Offenbar hat die zuständige Kasse des Verstorbenen noch vor Erhalt des Abschlussberichtes durch das Uniklinikum Marburg entschieden, ihr Mitglied zu einem Unfallgeschehen zu befragen, das schon längere Zeit zurücklag. „Anders kann man es sich nicht erklären“, erklärte Klinikums-Sprecher Frank Steibli.

Üblicherweise erhalten Krankenkassen über ihre in der Uniklinik aufgenommenen Mitglieder eine detaillierte Eingangsdiagnose. Dort werden nicht nur aktuelle und akute Erkrankungen oder Verletzungen erfasst, sondern alle vorhandenen - also auch ältere.

„Das ist ein Standardvorgang, der jeden Tag x-fach im Klinikum gestartet wird. Eben immer dann, wenn ein Patient bei uns eingeliefert wird. Hier gehen wir mit großer Sorgfalt vor – bis hin zum Abschlussbericht in der Regel nach der Entlassung“, so der Klinik-Sprecher. Dieser Abschlussbericht liege der zuständigen Krankenkasse aber aufgrund staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen im vorliegenden Fall noch nicht vor.

 „Ab und zu“ könne es zu solchen unerfreulichen und für die Angehörigen empörenden Vorgängen kommen. Nämlich immer dann, wenn eine Krankenkasse vor Eingang des ärztlichen Abschlussberichts aus der Klinik mit ihrem Mitglied in Kontakt trete. „Im vorliegenden Fall ist das für die Angehörigen, aber auch für uns, sehr belastend und wir bedauern es sehr“, sagte Steibli. (jum)

Quelle: HNA

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