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Projekt will Verzicht auf Kupieren von Lämmern ermöglichen

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Projekt zum Verzicht auf Kupieren von Lämmern
Natascha Klinkel (l) misst mit Landwirtschaftsgesellin Lea Ulrich Länge und Umfang des Schwänzchen eines unkupierten Lammes. © Nadine Weigel/dpa/dpa/Archivbild

Das Kupieren von Lämmern ist in der Schafhaltung gang und gäbe. Laut Tierschutzgesetz ist das Kürzen des Schwanzes bei unter acht Tage alten Tieren ohne Betäubung mit einem Gummiring erlaubt. Das kürzlich gestartete Projekt „Tierwohl-Kompetenzzentrum Schaf“ unter der Federführung des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH) will Wege finden, wie Betriebe künftig auf den Eingriff verzichten können.

Kassel - „Da das Tierwohl von immer größerer gesellschaftlicher Bedeutung ist, werden zunehmend Einschränkungen und Verbote von Praktiken erlassen, die bei Tieren Schmerzen und Leiden verursachen“, sagte Projektleiterin Natascha Klinkel. So sähen möglicherweise künftige Novellierungen des Tierschutzgesetzes den Verzicht auf nicht-kurative Eingriffe wie das Kupieren vor.

Gemeinsam mit dem Institut für Tierzucht der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen und der Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Groß- und Kleintiere mit Tierärztlicher Ambulanz der JLU hat das Projekt zum Ziel, die Haltung langschwänziger Schafrassen zu optimieren und auf Kurzschwänzigkeit zu selektieren. „Wir wollen Haltungs- und Zuchtempfehlungen für schafhaltende Betriebe entwickeln“, erklärte Klinkel.

Für das mit Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderte Projekt werden 20 schafhaltende Betriebe bundesweit zur Mitarbeit gesucht. Interessenten können sich beim LLH bewerben. dpa

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