2020 Polizeibeamte stürmen 55 Objekte der Hells Angels in vier Bundesländern

Razzia bei Rockerbande: Polizei stürmt 55 Objekte der Hells Angels

Rocker- und Motorradclub mit Schattenseiten: 23 Mitglieder der Hells Angels (hier ein Archivfoto) sind bei einer Großrazzia in vier Bundesländern festgenommen worden. Foto: dpa

Darmstadt/Wiesbaden. 23 Festnahmen, davon zwei mit Haftbefehl, Waffen- und Sprengstofffunde und die Beschlagnahmung zahlreicher Unterlagen waren das Ergebnis einer Razzia in der Nacht zum Mittwoch gegen die Rockergruppe Hells Angels.

Laut Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU) war es die größte Polizeiaktion dieser Art, die es je gegeben habe: Mit 2020 Polizeibeamten aus der ganzen Republik, darunter auch der GSG 9, hat die Polizei unter Einsatzleitung der Hessen um Punkt 4 Uhr 55 Wohnungen, Bordelle und Clubhäuser der Rocker in Hessen, Baden- Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz durchsucht.

Objekt im Kasseler Raum

Eines der Objekte liege im Kasseler Raum, so Landespolizeipräsident Udo Münch auf Nachfrage. Der Schwerpunkt liege in Hessen ganz klar auf dem Rhein-Main-Raum. In Frankfurt hätten die sehr hierarchisch strukturierten Hells Angels einen engeren Kreis von 150 Vollmitgliedern. „Wir haben es hier nicht mit Freizeitrockern zu tun“, sagte Rhein.

Der Razzia vorausgegangen seien monatelange Ermittlungen unter anderem wegen schwerer Körperverletzung und Raub.

Festgenommen wurden zwei Rocker, die im Juni eine Bikerparty eines mit ihnen verfeindeten Clubs in Roßdorf (Darmstadt-Dieburg) gesprengt hatten. Die beiden Männer sollen gemeinsam mit anderen Mitgliedern ihrer Gruppe die Feiernden auf brutalste Weise verprügelt und ausgeraubt haben, so die Polizei in Südhessen und die Staatsanwaltschaft in Darmstadt gestern Morgen.

In Roßdorf hatten Biker des Clubs Black Souls auf einem Grillplatz ein Jubiläum gefeiert. Plötzlich tauchten etwa 50 Rocker der Gruppe Hells Angels auf. Sie droschen brutal auf die feiernden Biker ein und raubten ihre Westen mit Club-Emblemen und Handys, Geldbörsen und andere Gegenstände. Bei der Schlägerei wurden mehrere Personen verletzt. Rhein zeigte sich gestern erleichtert, dass es in der Nacht zu keinen Schießereien gekommen ist. In Rheinland-Pfalz war im März dieses Jahres ein SEK-Beamter durch die Tür eines Hauses erschossen worden. Der Rocker gab vor Gericht an, er habe gedacht, dass es sich um ein gewaltbereites Mitglied eines rivalisierenden Clubs gehandelt habe, das angeblich Tötungsabsichten gehabt habe.

Quelle: HNA

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