Versenkung: Regierungspräsidium Kassel legt K+S an kürzere Leine

Kassel/Bad Hersfeld. Der Kasseler K+S-Konzern muss sich auf Sicht von einem seiner Entsorgungswege für Salzabwasser der Kaliwerke an der Werra verabschieden.

Das Regierungspräsidium in Kassel verlängert die ausgelaufene Fünf-Jahres-Erlaubnis zur Versenkung in tief poröse Gesteinsschichten des Plattendolomit zwar noch einmal. Anders als von K+S beantragt, gibt der RP aber jetzt nicht zehn Jahre, sondern nur vier, und statt 46 Mio. Kubikmetern nur 18,4 Millionen.

Lesen Sie auch:

Werra-Kali-Abwasser: RP gibt heute neue Erlaubnis bekannt

Hessens Umweltministerium und die Fachbehörde Landesanstalt für Umwelt und Geologie (HLUG) wollen nach fast 90 Jahren die Versenkung schnellstmöglich beenden. Das ist seit drei Jahren bekannt. Damals, 2008, wurde aus Vorsorgegründen für Grund- und Trinkwasser bereits die Versenkung des K+S-Werks Neuhof bei Fulda gestoppt. Auch in Thüringen geht nichts mehr nach unten.

Der angeblich sicher abgedichtete Plattendolomit hält die Abwässer nicht dauerhaft. Sie steigen unkontrollierbar zurück. „Neu ist, dass wir jetzt die Größenordnung benennen können“, hieß es 2008 im Wiesbadener Umweltministerium. Die Rückkehr von bislang einem Drittel der Versenklauge in den Grundwasserleiter Buntsandstein „ist so erheblich, dass man gar nicht anders kann, als zu handeln“. Aus Vorsorge für sauberes Trinkwasser. Dass K+S mit Kürzung rechnen musste, stand sogar bereits in der Erlaubnis von 2006.

Der Kasseler Konzern will mit geänderter Produktionstechnik an den Standorten Unterbreizbach (Thüringen), Hattorf und Wintershall (Kreis Hersfeld-Rotenburg) seine Abwässer auf sieben Mio. Kubikmeter halbieren. Falls so bis 2015 die Versenkung überflüssig würde, bliebe noch die Salzflut in der Werra. Dem Fluss soll nach dem Mehrheitsvotum des runden Tisches eine Abwasserleitung helfen. Die könnte an der Nordsee enden oder an der Oberweser.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare