Seit Jahresbeginn gelten schärfere Regeln in der Frankfurter Umweltzone - Schadstoffbelastung gestiegen

Die roten Plaketten sind tabu

Ende der roten Plakette: In Frankfurt dürfen nur noch Autos mit gelber oder grüner Plakette in die Umweltzone fahren. Foto: dpa

Frankfurt. Die Frankfurter Farbenlehre verändert sich. Zumindest für Autofahrer. Seit Jahresbeginn gelten für die Umweltzone im Innenstadtbereich schärfere Regeln. Dann sind Fahrzeuge mit roten Plaketten tabu, in das Gebiet dürfen nur noch Autos mit gelben oder grünen Plaketten fahren. In Frankfurt haben rund 8000 der 315 000 zugelassenen Fahrzeuge eine rote Plakette an der Windschutzscheibe.

Wer im Umweltzonenbereich mit einer roten oder ganz ohne Plakette erwischt wird, muss nach Angaben von Wendelin Friedel vom Umweltdezernat mit einem Bußgeld von 40 Euro und einem Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg rechnen. Die Stadt habe, so Friedel, keine Schonfrist vorgesehen. Bislang hat Frankfurt rund 400 000 Euro von Autofahrern ohne Plaketten kassiert. Das Geld fließt in einen zentralen Einnahmetopf.

Die Umweltzone in Frankfurt wurde am 1. Oktober 2008 eingeführt. Sie war zunächst nur für Fahrzeuge ohne Plakette tabu. Die Regeln werden nach und nach verschärft (siehe Stichwort).

Frankfurt ist die einzige hessische Stadt mit einer Umweltzone. Sie verläuft in einem großen Teil des Stadtgebietes innerhalb des Autobahnringes der A 5 im Westen, der A 3 im Süden sowie der A 661 im Norden und Osten. Mit der Zone soll der Ausstoß von Schadstoff gesenkt werden. Frankfurt hat die höchste Feinstaubbelastung in ganz Hessen.

Grenzwerte der EU

Die Europäische Union hat für den Feinstaub einen Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft festgelegt. Er darf an maximal 35 Tagen im Jahr überschritten werden. Nach Angaben des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie (HLUG) wurde er an der Station Friedberger Landstraße im Jahr 2009 genau 36 Mal überschritten. Zum Vergleich: Im Jahr 2008, als die Umweltzone in der Main-Metropole startete, wurde der Grenzwert an 22 Tagen geknackt, im Jahr davor waren es 33 Tage.

Das Umweltdezernat führt den Anstieg trotz Umweltzone auf das Wetter zurück. Im Januar 2009 habe eine austauscharme Wetterlage geherrscht, bei der Schadstoffe

nicht vom Wind abtransportiert und somit am Boden geblieben seien. In diesen Tagen sei der meiste Feinstaub gemessen worden.

Somit ist nicht klar, ob die Umweltzonen die Luft wirklich entlasten. Einen positiven Effekt sieht die Stadt Frankfurt aber auf jeden Fall: Der Fahrzeugbestand sei moderner und weniger umweltfeindlich geworden. 87 Prozent der Fahrzeuge in Frankfurt haben eine grüne Plakette, das sind 11 000 mehr als Anfang des Jahres 2009. Bei den Nutzfahrzeugen, die besonders viele schädliche Diesel-Partikel ausstoßen, stieg der Anteil von 31 auf 47 Prozent.

Ausgenommen von der Plakettenpflicht sind Autos von Behinderten sowie sehr alte Fahrzeuge, deren Nummernschild mit einem „H“ für historisch endet. Auch zwei- und dreirädrige Fahrzeuge brauchen keine Plakette. Das gilt auch für Einsatzfahrzeuge von Polizei und Feuerwehr sowie Baumaschinen.

Übrigens: Zur Kasse gebeten werden kann auch, wer ein Auto ohne oder mit roter Plakette in der Umweltzone parkt. Der Halter muss dann 35 Euro berappen.

Von Peter Klebe

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare