Rückendeckung gegen Burka: Hessen verbietet Vollverschleierung im Landesdienst

Frankfurt. Im Streit mit einer Mitarbeiterin, die künftig nur noch voll verschleiert im Bürgeramt der Stadt Frankfurt arbeiten will, hat Frankfurts Personaldezernent Markus Frank (CDU) Rückendeckung von Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU) bekommen.

Rhein unterschrieb am Mittwoch einen Erlass, in dem Vollverschleierungen bzw. Burkas für Landesbedienstete grundsätzlich verboten werden.

Lesen Sie auch:

- Frankfurter Burka-Mitarbeiterin bleibt zu Hause

- Kommentar: Burka geht gar nicht

Im Übrigen sei eine Vollverschleierung insbesondere dort inakzeptabel, wo Bedienstete im direkten Kontakt mit Bürgern stünden. Der Minister sagte, dass die Kommunen sich an diesem Erlass orientieren könnten. Allerdings kann er sich auch Ausnahmen dort vorstellen, wo kein Bürgerkontakt bestehe. „Da kann man sicher auch mal fünf gerade sein lassen“, so Rhein.

Die 39-Jährige, die vor ihrem Erziehungsurlaub im Dienst ein Kopftuch trug, ist auch am Mittwoch nicht zum Dienst erschienen. Die Stadt habe ihr Bedenkzeit eingeräumt, sagte Personaldezernent Markus Frank (CDU). Im Römer hält man an der Linie fest, einen Dienst in Vollverschleierung nicht zu erlauben.

Hessens Grünen-Vorsitzender Tarek Al-Wazir sagte im Gespräch mit Journalisten, die Diskussion belege auch die Notwendigkeit islamischen Religionsunterrichtes. „Dort kann man dann belegen, dass die Vollverschleierung kein islamisches Gebot ist, sondern eine osmanische Tradition.“

Die islamische Religionsgemeinschaft empfahl der städtischen Mitarbeiterin, nicht zu übertreiben. Auch der Frankfurter Gemeinschafts-Vorsitzende Ramazan Kuruyüz verwies darauf, dass es sich nicht um eine religiöse Kleidungsvorschrift handele. Der Rat der Religionen sieht mit der Burka oder Vollverschleierung „eine Grenze der Toleranz in einem öffentlichen Amt überschritten.“

Die Stadt ist derzeit in Gesprächen mit dem Anwalt der 39-Jährigen. Über den Verlauf sei Stillschweigen vereinbart worden, sagte Frank. Klar sei, dass die Stadt auch im Innendienst keine Vollverschleierung dulden werde. (wet)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare