Weitere Schließtage um Weihnachten geplant

Folge des Abgasskandals: Freitag ruht die Arbeit im VW-Werk Kassel

Baunatal. Die 17.000 Beschäftigten im VW-Werk Kassel in Baunatal müssen sich als Folge des Abgasskandals auf einzelne Schließtage einstellen. Der erste ist für Freitag geplant.

Das bestätigte Betriebsratschef Carsten Bätzold auf Anfrage der HNA.

Die Ruhetage sollen dazu dienen, die Kosten am zweitgrößten deutschen VW-Standort zu senken.

Aktualisiert um 17.25 Uhr.

Am Mittwoch hatte der Konzern in Wolfsburg seine Quartalszahlen präsentiert. Der Abgasskandal führte demnach im dritten Quartal zu einem Verlust von 3,5 Milliarden Euro vor Zinsen und Steuern. Im Baunataler Werk wird davon ausgegangen, dass aufgrund dieses Ergebnisses weitere Sparschritte folgen.

Schon am Freitag soll die Arbeit am Standort laut Bätzold „weitgehend ruhen“. Am Samstag sei dann eine Inventur geplant, so der Betriebsratschef. Es gehe darum, die Produktionsumläufe runter zu kriegen. Um Weihnachten herum, so Bätzold, seien weitere Schließtage geplant.

„Damit schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe“, betont der Vorsitzende. Die Arbeitnehmer könnten ihre durch Mehrarbeit gefüllten Freizeitkonten abbauen und bekämen gleichzeitig eine Phase des Durchschnaufens.

Grundsätzlich sieht Carsten Bätzold keine Gefahr für den VW-Konzern als Folge der Manipulationen von Abgaswerten in Dieselfahrzeugen. Die Quartalszahlen zeigten, „das eigentliche Geschäft ist robust“. Der Konzern sei keinesfalls dazu gezwungen, Teile des Unternehmens zu zerlegen, um Geldmittel zu bekommen.

Stellungnahme des Werkmanagements

Der Vorstand habe beschlossen, die Investitionen jährlich um rund eine Milliarde Euro zu reduzieren, sagt Werksprecher Heiko Hillwig zu weiteren Auswirkungen des Abgasskandals. „Deshalb stellen wir jetzt alle geplanten Investitionen nochmal auf den Prüfstand.“

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