Schülerrat: Neue Panne beim Matheabitur

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Abiturprüfung: Erneut soll es in Hessen zu Pannen gekommen sein. Laut Landesschülervertretung mussten Teilnehmer eines Grundkurses Aufgaben für den Leistungskurs lösen.

Wiesbaden. Hessische Schüler müssen offenbar erneut unter einer Panne bei den Prüfungen zum Zentralabitur leiden. Bei der Landesschülervertretung (LSV) gingen nach Angaben von Sprecher Tim Huß zahlreiche Beschwerden Betroffener ein.

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Abipanne? Nicht schon wieder!

Danach sollen Schülern eines Mathematik-Grundkurses die Prüfungsaufgaben eines Leistungskurses gestellt worden sein. Viele hatten das Thema überhaupt nicht durchgenommen oder sich nur unzureichend darauf vorbereitet. So sei eine Aufgabe zum Thema "Volumenintegrale" gestellt worden, die im Abschlussprofil des Lehrplanes als ausschließlich leistungskursrelevant gekennzeichnet gewesen sei, berichtete die LSV weiter.

In einem anderen Test habe ein Punkt ausgerechnet werden müssen, der für die fortführende Aufgabe relevant gewesen sei. Schüler hätten sich beklagt, dass sie aufgrund von Problemen beim Ausrechnen dieses Punktes die weiterführenden Aufgaben nicht hätten berechnen können. Es sei erstmals keine Lösung als Hilfsmittel angeboten worden.

Auch beim Abitur in Deutsch soll es Unregelmäßigkeiten gegeben haben. An einigen Schulen seien Bücher mit Aufzeichnungen und Markierungen erlaubt gewesen, andere Schulen hätten nur unbearbeitete Bücher zugelassen, auf denen keine Vermerke gestanden hätten.

Ein Sprecher des Kultusministeriums äußerte sich überrascht und wollte die Angaben der Schülervertretung so nicht bestätigen. Dem Ministerium seien keine Pannen gemeldet worden. Im Gegenteil hätten die Schulämter am Freitag vermeldet, es habe bei den Prüfungen "keine besonderen Vorkommnisse" gegeben. Beim Ministerium habe sich kein einziger Schüler mit Beschwerden gemeldet.

Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) erklärte in einer Pressemitteilung, es könne sich nur um ein Missverständnis handeln. Der Landesschülervertretung reicht diese Aussage nicht. Sie forderte, dass die Schüler die Möglichkeit bekommen sollten, das Mathe-Abitur im Grundkurs auf freiwilliger Basis nachzuschreiben. Im Kultusministerium hieß es dazu, der Fall müsse zunächst genau geprüft werden. Die LSV forderte personelle Konsequenzen im für die Prüfung zuständigen Gremium.

Lehrer: Durchaus zu lösen

Ein Lehrer aus Wetzlar widersprach dem LSV, die Mathematikaufgabe sei für die Grundkursschüler zu schwer gewesen. Die Abiturienten hätten die Aufgabe durchaus lösen können und hätten sie offenbar lediglich missverstanden.

Bereits vor einem Jahr hatte es eine Panne bei der Aufgabenstellung während des Zentralabiturs gegeben. In den Mathematikaufgaben waren drei Fehler und zwei Unklarheiten. Damals hatte es eine Korrektur-Rundmail an die Schulen gegeben, die allerdings nicht von allen Prüfern rechtzeitig gelesen worden war. Den Schülern war es freigestellt worden, die Prüfungsarbeit zu wiederholen. Das bessere Ergebnis wurde gezählt. Damals hatte Kultusministerin Henzler angekündigt, das Verfahren für die Aufgabenstellung zu überprüfen.

Von Peter Klebe

Quelle: HNA

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