Schul-Streit geht weiter: Noch kein Urteil im Dudek-Prozess

Halten am Hausunterricht fest: Rosemarie und Jürgen Dudek. Sie sagen: „Wir gehorchen Gott mehr als den Menschen.“

Kassel. Im Berufungsverfahren gegen das Ehepaar Rosemarie (45) und Jürgen Dudek (50) aus Archfeld (Werra-Meißner-Kreis) gab es am Montag kein Urteil. Das Ehepaar ist vor dem Kasseler Landgericht angeklagt, weil es aus Glaubensgründen seine Kinder nicht in die Schule schickt.

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Das Oberlandesgericht Frankfurt hatte die Dudeks wegen Entzugs der Schulpflicht zu einer Geldstrafe verurteilt. In dem Berufungsverfahren geht es jetzt um das Strafmaß. Es darf nicht höher liegen als 60 Tagesätze zu je einem Euro - also 60 Euro.

Der Tagesatz ist so niedrig, weil die Dudeks mit ihren sieben Kindern fast ausschließlich vom Kindergeld leben. Jürgen Dudek gibt noch Nachhilfe. So kommt die Familie nach eigenen Angaben auf ein Monatseinkommen von 1500 Euro.

Die tiefgläubigen Christen müssen sich schon seit Jahren vor Gericht verantworten, weil sie ihre Kinder nicht auf eine staatliche Schule schicken. Nach einem Antrag auf Zulassung einer Privatschule (Jürgen Dudek ist Magister der Philosophie, seine Frau Musikerin) hatte das staatliche Schulamt nach Angaben der Dudeks drei Jahre nichts von sich hören lassen. Schließlich stellte es Strafantrag.

Die beiden ältesten Söhne haben inzwischen den Realschulabschluß auf einer staatlichen Schule mit „Sehr gut“ bestanden. Einer ist mittlerweile Tischler und macht Abitur auf einer Fernschule.

Nach Anträgen der Verteidigung könnten nun am 25. Februar Vertreter des Schulamtes gehört werden. Sie sollen sagen, warum das Schulamt den Strafantrag aufrecht erhält. Die Staatsanwaltschaft will nach wie vor eine Verurteilung erreichen. Staatsanwalt Müller: „Die Dudeks verstoßen gegen das Gesetz und wollen das auch weiter tun.“ Die Kinder werden nach wie vor zu Hause unterrichtet. Die jüngste Tochter geht in die erste „Dudek-Klasse“. (tho)

Quelle: HNA

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