So vermeiden Sie Ärger mit Handwerkern

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Schwarze Schafe gibt es in jeder Branche. Um Ärger mit Handwerkern zu vermeiden, seien Sie vorsichtig und informieren Sie sich über Ihre Rechte.

Ob neue Fliesen im Bad, ein verstopfter Abfluss oder der frische Anstrich fürs Wohnzimmer – ein Fachmann kümmert sich darum. Doch pfuscht er oder hält sich nicht an Vereinbarungen, ist der Ärger mit den Handwerkern groß. In solchen Fällen sollten Sie über Ihre Rechte als Auftraggeber informiert sein.

Angebot einholen

Bevor Sie einen Auftrag vergeben, holen Sie schriftliche Angebote von mehreren Handwerkern ein. Ein Kostenvoranschlag gibt Auskunft über die voraussichtlichen Kosten für Arbeitszeit und Material. Die Erstellung ist in der Regel kostenlos. Handwerker dürfen nur dann etwas für das Angebot verlangen, wenn es ausdrücklich mit Ihnen vereinbart wurde oder umfangreiche Vorarbeiten erforderlich sind.

Vergleichen Sie die Angebote der verschiedenen Firmen Punkt für Punkt und achten Sie bei großen Preisunterschieden darauf, ob Ihnen tatsächlich dieselbe Leistung angeboten wird. Wenn Sie daran zweifeln, dass die Höhe des angesetzten Stundenlohns angemessen ist, können Sie sich bei der Handwerksinnung vor Ort nach dem üblichen Stundensatz erkundigen.

Rechnung höher als vereinbart

Der Kostenvoranschlag ist nicht verbindlich. In Bürgergesetzbuch steht zwar, dass der tatsächliche Preis den Kostenvoranschlag nicht wesentlich überschreiten soll, doch der Handwerker ist nicht an sein Angebot gebunden.

Wenn der Handwerker allerdings erkennt, dass er den angebotenen Preis wesentlich überschreitet, muss er Ihnen das mitteilen. Liegen die tatsächlichen Kosten um mehr als zehn Prozent höher als das Angebot, dürfen Sie den Auftrag sogar kündigen. Die bis dahin erbrachte Leistung müssen Sie allerdings bezahlen. Mehr Informationen zum Kostenvoranschlag finden Sie im Internet.

Um Ärger mit Handwerkern schon vorab zu vermeiden, versuchen Sie, bei größeren Aufträgen – wie etwa bei Hausbau oder -sanierung – eine Festpreisklausel durchzusetzen. Im Gegensatz zum Kostenvoranschlag ist der Festpreis bindend. Mehr kann der Fachmann auch dann nicht verlangen, wenn er sich bei der Berechnung verkalkuliert hat und nun selbst auf den Kosten sitzen bleibt.

Handwerker schuldet Erfolg

Misslingt die Reparatur, haben Sie ein Recht darauf, dass der beauftragte Handwerker seinen Fehler nachbessert. Denn sobald er einen Auftrag annimmt, schließt er einen Werkvertrag mit Ihnen ab. Der Handwerker verpflichtet sich damit, die Arbeit nach Ihren Wünschen zu erledigen.

Pfuscht der Auftragnehmer, müssen Sie ihm mindestens eine Chance geben, den Fehler zu beheben. Erst wenn er erneut scheitert, dürfen Sie eine andere Firma auf seine Kosten beauftragen. In manchen Fällen steht Ihnen nach dem Ärger mit dem Handwerker auch ein Schadensersatzanspruch zu – zum Beispiel wenn die ganze Familie ins Hotel ziehen musste, weil eine Übernachtung in der unfertigen Wohnung nicht zumutbar gewesen wäre.

Anfahrtskosten

Auch bei den Anfahrtskosten kommt es häufig zu Ärger mit den Handwerkern, weil es keine verpflichtende gesetzliche Regelung über die Berechnung des Anfahrtsweges gibt. Achten Sie darauf, ob die Anfahrtsgebühren als pauschaler Betrag auf der Rechnung aufgeführt sind. Fahrtkostenpauschalen sind nur hinzunehmen, wenn sie in vernünftigen Abständen nach Entfernung gestaffelt sind.

Keine Schwarzarbeiter beauftragen

Bestehen Sie auf einer Rechnung! Wenn Sie Handwerker schwarz beschäftigen, hat das nicht nur für ihn Konsequenzen, sondern auch für Sie selbst. Sie machen sich strafbar und müssen mit einer Geldstrafe rechnen. Lassen Sie sich die Mehrwertsteuer mit auszeichnen. Dann können Sie die Haushaltsdienstleistungen von der Steuer absetzen.

Quelle: HNA

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