Steuerhinterziehung: Wolski muss ins Gefängnis

Karlsruhe/Darmstadt. Der Frankfurter Anwalt Michael Wolski muss wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe ins Gefängnis. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat seine Revision gegen das Urteil des Landgerichts Darmstadt weitgehend zurückgewiesen.

Dieses hatte Wolski zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Der BGH bestätigte in einem am Montag bekannt gewordenen Beschluss das Strafmaß, sah aber nur 32 Fälle der Steuerhinterziehung als erwiesen an, das Landgericht hatte den Anwalt in 52 Fällen für schuldig gesprochen. Die Gerichte sahen es als erweisen an, dass Wolski von seiner Gönnerin, einer betagten reichen Witwe, Geld erhalten und am Fiskus vorbeischleust hat. Von dem Ertrag habe auch seine Frau, die Richterin Karin Wolski profitiert, hatte das Landgericht in seinem Urteil im März 2010 festgestellt.

Diese war noch am selben Tag von ihrem Amt als hessische Staatsrichterin zurückgetreten. Die Opposition im Landtag hatte dies während des fünf Monate währenden Verfahrens immer wieder verlangt. Auch Hessens Finanzminister Karlheinz Weimar (CDU) war in den Sog geraten: Er hatte im Landtag einräumen müssen, dass die Finanzämter vor allem in Offenbach und in Frankfurt Fehler gemacht hatten. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt unterdessen erneut gegen Wolski.

Wieder geht es um Zuwendungen der inzwischen 89-Jährigen. Diesmal lautet der Vorwurf auf Beihilfe zur Untreue. Gegen den über 60-Jährigen sei Anklage erhoben worden. „Es geht um 18 Einzelfälle mit einem Schaden von rund 460 000 Euro“, hatte Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu Mitte Juli gesagt. Die alte Dame hatte Wolski unter anderem ein Auto bezahlt, ein Haus finanziert und Steuerschulden getilgt. Dabei habe sie aber nicht nur ihr eigens Geld ausgegeben, sondern auch das aus dem Geschäftsanteil ihres 2006 gestorbenen Ehemanns.

Darin liegt nach Auffassung der Staatsanwaltschaft die Untreue. Im Familienstreit um die Geschenke der reichen Witwe an Wolski muss dieser dagegen keine Auskunft geben - wie das Landgericht Frankfurt im Januar entschieden hatte. Der Stiefsohn der Witwe wollte wissen, welche Geschenke sie dem 26 Jahre jüngeren Wolski gemacht hatte. (dpa)

Quelle: HNA

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