Kultusministerin Henzler (FDP) eckt mit ihren Plänen für ein neues Schulgesetz an

Streit um Leiharbeiter als Lehrer

Wieder in der Kritik: Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP).

Wiesbaden. Mit dem Einsatz von Leiharbeitern soll an hessischen Schulen akuter Lehrermangel in Fächern wie Physik, Chemie und Musik bekämpft werden. Das sieht der Entwurf für das neue Schulgesetz von Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) vor. Und prompt schwappte einmal mehr eine Welle der Kritik über die Schulministerin.

„Der Unterricht an unseren Schulen muss von voll ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern durchgeführt werden, und diese sollen auch künftig ordentliche Mitarbeiter des Landes sein“, forderte der aus Edermünde stammende SPD-Landtagsabgeordnete Günter Rudolph in Wiesbaden.

Die Grünen kritisierten, es fehle auch in Henzlers zweitem Regierungsjahr an qualifiziertem Personal und ausgebildeten Lehrern. Statt dies zu ändern, wolle die Ministerin nun auf Leiharbeit zurückgreifen. „Qualität spielt für die Ministerin offensichtlich keine Rolle mehr“, erklärte die Abgeordnete Kordula Schulz-Asche. Die Linke nannte die Vorschläge „abenteuerlich“.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisierte, die bisherigen Erfahrungen mit von Personaldienstleistern übersandten Aushilfen seien „nicht unbedingt erfolgreich“ gewesen. GEW-Landesvorsitzender Jochen Nagel sagte, entscheidend sei die Qualifikation. „Kinder brauchen dauerhafte und qualifizierte Bezugspersonen, nicht irgendwen.“

Der Einsatz von Leiharbeitern dürfe nicht über ein Gesetz zum Programm erhoben werden. Nagel schlug vor, in den sogenannten Mangelfächern Lehrer anderer Fachrichtungen einzusetzen.

Die Ministerin verteidigte ihren Entwurf. Henzler verwies auf den bereits möglichen Einsatz von Leiharbeitern. „Diese Möglichkeit erweitern wir jetzt, um in Ausnahmefällen den Unterricht in Mangelfächern abdecken zu können“, erklärte die Ministerin in Wiesbaden. Dabei müsse selbstverständlich sichergestellt sein, „dass die Bewerber über ausreichende Qualifikationen verfügen“, sagte sie. Dies werde in einer Rechtsverordnung noch genau geregelt. Die Entscheidung liege allein bei den Schulen. Die Leiharbeiter sollen künftig auch regulären Unterricht übernehmen.

Der Gesetzentwurf wurde Ende September vom Kabinett in erster Lesung beschlossen. Voraussichtlich Anfang kommenden Jahres soll er in den Landtag eingebracht werden.

Von Isabell Scheuplein

Quelle: HNA

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