Terrorwarnung: Sicherheitslage in Hessen verschärft - Polizei schwer bewaffnet

Nach den jüngsten Terrorwarnungen hat sich auch in Hessen die Lage verschärft. Es gebe zwar keine Hinweise, dass in Hessen ein Anschlag geplant sei, sagte Innenminister Boris Rhein (CDU).

Eine ähnliche bundesweite Abwehrbereitschaft habe es auch vor der Bundestagswahl 2009 gegeben. Allerdings sprach das Innenministerium am Mittwoch in Wiesbaden auch von einer „qualitativ neuen Bedrohungssituation“. „Wir hatten zum damaligen Zeitpunkt nicht so weitgehende Quellen und Informationen der Dienste“, erklärte Rhein.

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Die Polizei in Hessen hat wegen der Terrorwarnungen vor allem mehr Streifen an Bahnhöfen, Flughäfen, Weihnachtsmärkten und anderen stark besuchten Orten im Einsatz. Die Organisatoren der Weihnachtsmärkte in Frankfurt und Wiesbaden ziehen dagegen zunächst keine Konsequenzen. Das Sicherheitsniveau sei schon hoch, sagte der Geschäftsführer der Tourismusgesellschaft in Frankfurt, Thomas Feda. „Wir arbeiten ganz eng mit den Sicherheitsbehörden zusammen.“ Einen Umsatzverlust erwartet Feda ebenfalls nicht: „Beim Oktoberfest hat es auch Warnungen gegeben. Da waren auch nicht weniger Leute da.“

Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt setzt die Bundespolizei zwar nicht mehr Beamte ein, dafür kontrollieren aber mehr Polizisten und Zivilfahnder die Hallen und die anderen öffentlichen Abschnitte der Terminals. Außerdem sind sie stärker bewaffnet, sagte der Präsident der Bundespolizeidirektion, Wolfgang Wurm. Diese zusätzlichen Kräfte arbeiteten sonst hinter den Sicherheitskontrollen wie etwa im Transitbereich. Rund 400 Polizisten seien permanent im Dienst.

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Die Kontrollen der Passagiere dauerten aber nur im Einzelfall länger, das Gepäck werde bereits ausreichend überprüft. „Wir legen Wert darauf, dass aktuell keine Gefahr besteht“, sagte Wurm. „Es gibt keinen konkreten Hinweis für den Flughafen Frankfurt.“ Allerdings: „Flughäfen und große Bahnhöfe stehen im Zielfeld möglicher Attentäter.“ Die Bundespolizei arbeite für die Sicherheit eng mit der Landespolizei und der Zollverwaltung zusammen.

Die Lufthansa erwartet keine Verzögerungen im Luftverkehr. An Bord der Flugzeuge gebe es bereits seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA höchste Sicherheitsvorkehrungen. „Wir tun unser Äußerstes“, sagte Sprecher Thomas Jachnow. Am Frankfurter Hauptbahnhof ist die Polizei auch in Schutzwesten und mit Maschinenpistolen im Einsatz: „Wir werden und haben bereits die sichtbare Überwachung verstärkt“, sagte der Sprecher der Bundespolizei, Ralf Ströher, am Mittwoch in Frankfurt. Es soll in angemessener Weise auf die aktuelle Lage reagiert werden. Urlaubssperren für die Beamten sind derzeit aber weder am Flughafen noch am Bahnhof geplant.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte von konkreten Hinweisen berichtet, nach denen für Ende November ein Anschlag in Deutschland geplant ist. Zugleich mahnte er die Bevölkerung zu Zurückhaltung: „Es gibt Grund zur Sorge, aber keinen Grund zur Hysterie.“ Auch Hessens Innenminister Rhein sagte: „Man muss wachsam sein, man muss präsent sein.“ Es sei entscheidend für die Terrorabwehr, dass sich die Geheimdienste abstimmten, „damit kein Informationsverlust stattfindet“. (dpa)

Quelle: HNA

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